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Gefahr

Verzweiflung wächst mit jedem Beben

Weitere Einstürze nehmen vielen Menschen in Italien jede Hoffnung auf baldige Rückkehr in ihre Heimat.

02.11.2016
  • DPA

Rom. Die Erde in Italien kommt nicht zur Ruhe: Ein weiteres starkes Nachbeben hat die ohnehin verwüstete Region erschüttert. Der Erdstoß am Dienstagmorgen hatte nach Angaben der italienischen Erdbebenwarte eine Stärke von 4,7. Es habe weitere Einstürze gegeben, sagte der Bürgermeister des Dorfes Ussita, Marco Rinaldi. Seit dem verheerenden Erdstoß am Sonntag gab es mehr als 1100 Nachbeben, fast 20 davon hatten eine Stärke von über 4.

Auch der Bürgermeister des Ortes Castelsantangelo sul Nera berichtete von neuen Schäden. „Hier stürzt alles ein. Und das, was nicht einstürzt, ist nicht stabil“, sagte Mauro Falcucci.

„Das Erdbeben hat das Herz unserer Halbinsel verwüstet“, sagte Regierungschef Matteo Renzi. Diese Dörfer seien die Identität des Landes, sie sollten alle wieder aufgebaut werden. Doch wer einmal durch die Geisterdörfer der Abruzzen gefahren ist, wo vor sieben Jahren ein Erdbeben gewütet hatte, weiß, dass Renzi die Menschen vor allem trösten will. Das Zentrum von L‘Aquila ist immer noch verwaist, die Menschen wohnen mittlerweile in der seelenlosen Peripherie.

Auch die knapp 5000 Bewohner des Städtchens Norcia sind verzweifelt. Vielen blieb keine andere Wahl, als ihren Heimatort zu verlassen. Jetzt, nachdem sie nach dem schlimmen Beben vom August, bei dem 298 Menschen gestorben waren, noch verschont geblieben waren.

„Obwohl mein Haus nach dem August-Beben als sicher erklärt worden war, haben meine Frau und ich seitdem im Auto übernachtet“, erzählt Antonio Apuzzo. Im Zuge einer Evakuierung kam der 57-Jährige mit 47 anderen Bewohnern Norcias an den 100 Kilometer entfernten Trasimeno-See in ein Hotel. Die Holzhäuschen, die ihnen als Übergangsunterkünfte dienen sollen, sind noch gar nicht aufgebaut. Das könnte noch Monate dauern. Bis in Norcia die Häuser wieder stehen, könnten sogar Jahre ins Land gehen. dpa

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02.11.2016, 06:00 Uhr

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