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Beachtliche Zahlen

Vesperkirche sah täglich knapp 300 Gäste

Erfolgsbilanz bei der ersten Tübinger Vesperkirche: Die Macher registrierten rund 250 Helfer, an die 5000 verteilte Essen und mehrere Zehntausend Euro Spenden.

08.02.2010

Tübingen. Der Großputz nach knapp drei Wochen Vesperkirche ging in Rekordzeit über die Bühne. 40 Helfer, darunter viele Bedürftige, machten die Martinskirche am Samstag wieder besenrein. Die Aktion der Evangelischen Gesamtkirchen-Gemeinde wird unter den Aktiven als phänomenaler Erfolg gewertet. Am Rande der Aufräumarbeiten zogen Diakoniepfarrer Christoph Cless und Projektleiter Peter Heilemann eine erste Bilanz.

Mittwochs und sonntags war die Vesperkirche besonders gut besucht. Hatten in den ersten Tagen noch knapp über 100 Menschen dort gespeist, erhöhte sich die Zahl der Esser im Laufe der Zeit auf knapp unter 300. „In den letzten Tagen hatten wir sogar an die 400 Gäste an den Tischen“, sagte Pfarrer Cless, der die Martinskirchengemeinde betreut. Das Vesperkirchen-Team musste auf unerwarteten Andrang reagieren. „Im Vorfeld hatten wir mit bis zu 200 Gästen gerechnet“, berichtete Projektleiter und Diakon Heilemann. „Bei der Planung waren wir überein gekommen, bereits 120 Esser als Erfolg zu werten.“

Das unkomplizierte Ambiente in der Martinskirche hatte sich gleich in den ersten Tagen herumgesprochen. „Morgen wissen das alle am Bahnhof!“ zitierte Cless einen Bedürftigen. Auch die dichte Berichterstattung durch das TAGBLATT würdigte der Pfarrer als einen Faktor des Erfolgs. Mehrere Zehntausend Euro sind dem Team in den vergangenen Wochen gespendet worden. Allein die weihnachtliche Spendenaktion des TAGBLATTS hatte gut 41 000 Euro in die Projektkasse gespült. Auch Lions-Club und Kreissparkasse überwiesen hohe Beträge. „Jetzt haben wir ein finanzielles Polster – und damit sehr gute Argumente, die Vesperkirche im nächsten Jahr zu wiederholen“, freut sich Peter Heilemann.

Knapp 250 Helfer waren während der Vesperkirchen-Zeit in der Martinskirche und im Pauline-Krone-Heim im Einsatz. „Der eine oder andere Gast hat sich von den Eindrücken hier schnell begeistern lassen und dann mit angepackt“, berichtete Christoph Cless. Er sieht die Vesperkirchen-Aktion auch als Werbung für die langfristig angelegten Essens-Initiativen vor Ort. „Ich bin mir sicher, dass einige sich weiter engagieren werden, etwa bei der Tübinger Tafel, im Schlatterhaus oder in der Eberhardskirche.“

Auch am letzten Tag der Vesperkirche würdigte Cless die Arbeit der Freiwilligen. „Die Freundlichkeit war besonders wichtig. Gerade die Bedürftigen haben das während der Zeit als sehr wohltuend empfunden.“ Anfangs seien unter den Gästen der Vesperkirche durchaus Konflikte und Fremdeleien spürbar gewesen, so Cless. „Erst die Durchmischung der Menschen hier und das positive Umfeld haben den Gästen die Möglichkeit gegeben, loszulassen. Den bürgerlichen genauso wie den nicht-bürgerlichen.“ eik

Vesperkirche sah täglich knapp 300 Gäste
Zwanzig Tage volles Gotteshaus: Am Samstag ging‘s ans Aufräumen. Bild: Faden

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08.02.2010, 12:00 Uhr

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