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Motorsport

Vettel rechnet knallhart mit Formel 1 ab

Ex-Champion mag sich mit der Entwicklung in der Rennserie nicht anfreunden.

12.06.2019

Von DPA

Montréal. Die Formel 1 ist Sebastian Vettel fremd geworden. Deutlicher als nach dem denkwürdigen Grand Prix von Kanada hätte der Bruch zwischen dem viermaligen Weltmeister und der Königsklasse des Motorsports nicht offengelegt werden können. Die Generalabrechnung Vettels mit der modernen Formel 1 warf zwangsläufig die Frage nach der Zukunft des Deutschen auf.

„Ich bin nicht bereit für diese Art von Frage“, entgegnete der 31-Jährige auf der Pressekonferenz des Weltverbands, nachdem er seine Wut über eine fatale Zeitstrafe gedämpft hatte. „Ich habe einfach das Gefühl, dass wir heutzutage auf so viele Dinge schauen, auf die wir in der Vergangenheit vielleicht nicht geschaut haben, weil niemand viel Aufhebens darum gemacht hat.“

Der Auslöser für Vettels Rundumschlag war seine Fünf-Sekunden-Strafe nach einem harten Manöver gegen Lewis Hamilton, die den Deutschen seinen ersten Formel-1-Sieg nach mehr als neun Monaten kostete. Nachdem sein Zorn leicht abgekühlt war, wurde vor allem Vettels Unbehagen mit der modernen Formel-1-Welt deutlich. Fluchtpunkt für den Zimmermannssohn aus Heppenheim ist die Nostalgie.

„Ich bin ein Purist, ich liebe es zurückzugehen und auf die alten Zeiten zu schauen, die alten Wagen, die alten Fahrer“, schwelgte Vettel in Erinnerungen. Nur zu gerne würde er in der Formel 1 wieder den Menschen vor die Maschine stellen. Von Telemetrie, also der mobilen Datenübertragung zwischen den Autos und den Super-Computern in den Garagen und Rennfabriken, hält Vettel im Grunde nichts, wie er einmal einräumte. Er würde zum Beispiel die manuelle Schaltung wieder einführen, die Motoren sollten außerdem wieder lauten röhren.

Erkaltete Liebe

Ein Gegner des Fortschritts, das hat er in der Vergangenheit auch schon mehrfach betont, sei er keineswegs. Auch wenn er zum Beispiel sozialen Medien nichts abgewinne und auch sein Smartphone eher spärlich nutze. Von der aktuellen Formel 1 rückt Vettel, der seinen bisher letzten WM-Titel 2013 gewonnen hat, aber ab. „Das ist nicht der Sport, in den ich mich verliebt habe“, lautete seine persönliche Beschreibung des Status Quo in der Rennserie. „Wir klingen ein bisschen wie Anwälte, benutzen die offizielle Sprache. Das bringt doch den Menschen und auch dem Sport nichts.“ Vettel wertete sein Manöver in Kanada als gewöhnlichen Rennvorfall, also als etwas, das nicht hätte geahndet werden dürfen. „Eine Menge der alten Formel-1-Fahrer und die Leute auf den Tribünen“ würden ihm recht geben, meinte Vettel. dpa

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Erstellt:
12. Juni 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
12. Juni 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2019, 06:00 Uhr

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