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Kommentar

VfB-Bosse handeln grob fahrlässig

Selbst der langjährige Stadiongast muss überlegen, wann er so ein miserables Heimspiel des VfB Stuttgart gesehen hat. Die Mannschaft des einst so stolzen Traditionsklubs war von der ersten bis zur letzten Minute gnadenlos überfordert.

23.11.2015
  • ARMIN GRASMUCK

Und, was noch schwerer wiegt: In der zweiten Hälfte fügten sich die meisten Profis in den weißen Trikots mit dem roten Brustring fast kampflos dem Untergang. Sie verweigerten den Antritt, den Zweikampf und sie ließen zum ersten Mal in dieser Saison die Schultern hängen. Christian Gentner, der Kapitän, und seine Kollegen hatten offenbar genug von dem ungestümen wie unkontrollierten Attackieren, für das sie dieses Mal von den Augsburgern auf höchst einfache und billige Weise bestraft wurden.

Dieser leblose Auftritt hat Alexander Zorniger selbstverständlich schwer getroffen. Der VfB-Trainer, der nach Tagen intensiver Arbeit fest von einem Erfolgserlebnis überzeugt gewesen war, schien von den Spielern im Stich gelassen. Nach dem Debakel zeigte er sich erstmals kleinlaut, ratlos und schlapp. Zorniger weiß, dass dieses verheerende Spiel und die mangelhafte Einstellung der Akteure auf ihn zurückfällt. Er hat registriert, das auf dem Platz etwas gewaltig schief lief, der Trend spricht eindeutig gegen ihn. Als sich die Spieler nach dem Schlusspfiff zum Mannschaftskreis trafen, den er zu Beginn der Saison eingeführt hatte, fehlte der Trainer.

Immer bedenklicher wirkt auch die Arbeitsweise des Sportvorstandes Robin Dutt. Ohne mit der Wimper zu zucken befindet der Hauptverantwortliche des neuen Stuttgarter Spielsystems, Zorniger sei der Mann, der den VfB in eine goldene Zukunft führt. Selbst das kollektive Versagen der Mannschaft im existenziellen Duell gegen den Tabellenletzten und der erstmals in dieser Spielzeit laut und deutlich vorgetragene Unmut der bislang geduldigen und nachsichtigen Anhänger sind für ihn kein Anlass, von der von ihm gepredigten Philosophie abzuweichen. Dutt verfängt sich in wachsweichen Worten und lässt keinen Plan erkennen, der dem unerwartet klaren Negativtrend entgegenwirkt.

Als Krisenmanager gefordert ist Bernd Wahler. Doch der Präsident hat sich just in dem Moment des Niedergangs zurückgezogen. Wahler und Dutt handeln grob fahrlässig. Bleiben sie stur und tatenlos, müssen sie sich den Vorwurf gefallen lassen, den Absturz des großen VfB billigend in Kauf zu nehmen.

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23.11.2015, 12:00 Uhr

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