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2. Liga

VfB vermeidet Rückschlag zum Rückrundenstart nur knapp

Mit seinem späten Treffer lässt Carlos Mané die Stuttgarter in dem Gastspiel auf St. Pauli jubeln – Trainer Wolf: „In den Sieg haben wir viel Arbeit gesteckt.“

30.01.2017

Von WS

Stolzer Betrachter des Balls, mit dem er in der 84. Minute spektakulär das 1:0-Siegtor beim Abstiegskandidaten St. Pauli erzielt hat: Carlos Mané, der 22-jährige Portugiese, mit dem glücklichen VfB-Trainer Hannes Wolf im Hintergrund. Foto: dpa

Puh, das war eng! Bis zur 84. Minute schien beim Tabellenletzten FC St. Pauli alles möglich für den VfB. Auch ein Unentschieden oder sogar eine Niederlage zum Rückrundenauftakt. Doch ein Joker wendete die drohende Ernüchterung dann doch noch mit einem fulminanten Treffer ab: Carlos Mané, 22 Jahre alter Außenbahnstürmer aus Portugal, nahm sich ein Herz, schoss gekonnt links oben in den Winkel und machte dem Geduldsspiel ein Ende.

Nach dem glücklichen 1:0 (0:0) der klar favorisierten Mannschaft von Trainer Hannes Wolf liest sich das Ergebnis so: Die Stuttgarter haben ihre Ansprüche auf die Rückkehr in die Fußball-Bundesliga untermauert. Sie rücken zumindest für einen Tag auf den zweiten Tabellenplatz vor (siehe Info-Box). Vor 29 550 Zuschauern im ausverkauften Millerntor-Stadion erzielte der eingewechselte Mané den späten Siegtreffer für den VfB, der nach zwei Niederlagen vor der Winterpause in die Erfolgsspur zurückkehrt.

Mané hatte in den ersten 45 Minuten auf der Bank gesessen, weil Cheftrainer Wolf Neuzugang Julian Green die Chance zur Premiere geben wollte. Der US-Nationalstürmer, der für 300 000 Euro Ablöse in der Winterpause vom FC Bayern gekommen war, blieb allerdings ziemlich wirkungslos. Auch Mittelstürmer Simon Terodde hatte kaum einmal eine gefährliche Torszene. Nach exakt einer halben Stunde hätten die Hanseaten sogar in Führung gehen können, doch ein Schrägschuss von Daniel Buballa traf nur das Stuttgarter Außennetz.

Beim 1:0 der Gäste ging es dann kurz vor Spielschluss auf der Gegenseite ganz schnell: Der VfB überbrückte das Mittelfeld mit einem langen Ball, der ebenfalls eingewechselte Daniel Ginczek verlängerte per Kopf auf Terodde, der mit einem abgefälschten Pass Mané ins Spiel brachte. Der junge Offensivmann aus Lissabon zögerte nicht lange und wurde belohnt. Es war für den Sommer-Neuzugang der fünfte Treffer beim elften Einsatz in der zweiten Liga. Und der sorgte für großes Aufatmen: „In diesen Sieg haben wir viel Arbeit gesteckt. Wir wissen genau, dass es am nächsten Wochenende gegen Düsseldorf nicht leichter werden wird“, sagte Wolf. Der VfB spielt am Montag, 6. Februar, um 20.15 Uhr (Sport 1) gegen die Fortuna, eines der stärksten Zweitliga-Auswärtsteams.

Der erste Wechsel in Hamburg kam übrigens früher als geplant: Matthias Zimmermann, der wenige Minuten zuvor nach einem Zweikampf umgeknickt war, musste nach etwas mehr als einer halben Stunde angeschlagen vom Feld. Für ihn kam Anto Grgic im defensiven Mittelfeld zum Einsatz. Ob und wie lange der 24-jährige gebürtige Pforzheimer Zimmermann ausfällt, ist noch offen.

„Niemand von uns ist hier hin gefahren und hat gedacht, dass wir mal eben so die Punkte mitnehmen“, sagte Wolf ganz offen und bilanzierte: „In der Defensive waren wir recht stabil, ohne jede Situation wegverteidigen zu können. Nach vorne haben wir zunächst zu wenig entwickelt, haben uns aber im Laufe der zweiten Hälfte in der gegnerischen Hälfte festgespielt.“

Der Kurs stimmt

Klare Einsicht Wolfs, nachdem ein Rückschlag zum Rückrundenstart knapp vermieden wurde: „Natürlich gibt es immer Momente und Phasen, in denen wir besser auftreten können, wir haben aber viel gearbeitet und hatten die nötige Mentalität sowie Härte. Dieser Sieg ist ein guter Verstärker auf dem Weg, den wir in den nächsten Monaten gehen wollen.“ Auch Sportvorstand Jan Schindelmeiser blickte voraus: „Das 1:0 gibt uns ein gutes Gefühl. Wir wissen aber auch, dass wir uns weiter verbessern müssen. Das ist ein Prozess. Wir werden konzentriert weiterarbeiten, damit wir die jeweiligen Aufgaben optimal vorbereitet angehen.“

Der Kurs stimmt, aber der Stuttgarter Weg ist noch ziemlich weit. Wolfgang Scheerer und dpa

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Erstellt:
30. Januar 2017, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
30. Januar 2017, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 30. Januar 2017, 06:00 Uhr

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