Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Verdacht: Ggefährliche Körperverletzung

Video prügelnder Polizisten in Stuttgart löst Entsetzen aus

Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt gegen vier Beamte wegen des Verdachts der Körperverletzung.

06.04.2017
  • Raimund Weible

Stuttgart. „Wir sind wirklich entsetzt!“ So reagierte am Mittwoch der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Stuttgart, Stefan Keilbach, auf ein im Netz kursierendes Video, das prügelnde Polizisten zeigt. Die Beamten hauen auf einen Mann ein, der zuvor mit einem Auto auf der B 14 verunglückt war.

Der Vorfall hat Konsequenzen. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt gegen vier Polizisten wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung. Sie gelten als Beschuldigte. Das Polizeipräsidium versetzte zwei der Beamten in den Innendienst. Das Dezernat für Amtsdelikte bearbeitet den Fall. An der Echtheit der Videobilder gibt es laut Keilbach keinen Zweifel.

Aufgenommen wurden sie bereits in der Nacht zum 19. Februar diesen Jahres. Der von einem 28-jährigen Mann gelenkte Mini-Cooper fuhr auf Höhe des Innenministeriums auf einen Corsa auf, wurde in die Höhe geschleudert und kam auf dem Dach zum Liegen. Nach dem Bericht der Polizei vom 19. Februar kam es bei der Unfallaufnahme zu einem Disput zwischen einem Polizeibeamten und dem 35-jährigen Beifahrer des Cooper-Lenkers. Der 35-Jährige soll nach diesem Bericht gegenüber dem 28-jährigen Beamten tätlich geworden sein. Im Verlauf des Handgemenges seien beide gestürzt und der Beamte mit dem Kopf auf dem Bordstein aufgeschlagen. Weiter heißt es in der Mitteilung, gegen den 35-Jährigen seien Ermittlungen wegen des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte aufgenommen worden.

Die Bilder des Videos geben einen anderen Eindruck von dem Geschehen wieder. Zu sehen ist, wie ein Beamter auf eine Person einredet, die mit den Händen in den Hosentaschen vor dem verunglückten Mini-Cooper steht. Plötzlich beginnt der Beamte, den Mann zu schubsen. Ein zweiter kommt hinzu, danach ein dritter. Sie dreschen auf den Mann mit ihren Schlagstöcken ein. Gemeinsam bringen sie ihn zu Boden.

„Das Geschehen muss minuziös aufgeklärt werden“, sagte Keilbach. Auch der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Jan Holzner, versicherte: „Wir werden das sauber ermitteln.“ Ihm zufolge begann der Disput damit, dass der Beamte den Mann aufgefordert hatte, seine Zigarette wegen der Explosionsgefahr am Unfallort auszumachen. In so einer Situation dürfe die Polizei unmittelbaren Zwang anwenden. Doch wie sie das tue, sei eine Frage der Verhältnismäßigkeit.

Erst im Januar hat das Landgericht Stuttgart einen Polizisten und eine Polizistin aus Stuttgart wegen gefährlicher Körperverletzung zu 16 beziehungsweise 14 Monaten Gefängnis verurteilt. Sie hatten einen 23-jährigen verprügelt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

06.04.2017, 06:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Wirtschaft im Profil

Die aktuelle Ausgabe unseres Business-Magazins Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball