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200 entführte Frauen und kaum eine Spur

Video zeigt erstmals Boko Haram-Opfer

Vor zwei Jahren entführte die Terrorgruppe Boko Haram in Nigeria mehr als 200 Mädchen. Ein Video soll beweisen, dass einige von ihnen noch leben.

15.04.2016
  • DPA

Abuja. Die Welt war entsetzt als bekannt wurde, dass islamistische Terroristen in der Nacht des 14. April 2014 mehr als 200 Mädchen aus dem Schlafsaal ihrer Schule in der Stadt Chibok im Nordosten Nigerias gezerrt hatten. Die Armee war im Großeinsatz. Der Westen bot militärische Hilfe an. Politiker versprachen, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um die Schülerinnen zu finden. Doch Erfolge gab es keine.

Die Terrormiliz Boko Haram hält die Mädchen Zeugenberichten zufolge als Sexsklavinnen oder zwingt sie zum Übertritt zum Islam und zur Heirat. Es wird befürchtet, dass manche zu Selbstmordattentaten gezwungen wurden. Dass einige der Opfer noch leben, beweist ein am zweiten Jahrestag der Entführung auf CNN veröffentlichtes Video mit 15 der Entführten in islamischem Gewand. Das Video sei von Boko Haram Ende Dezember aufgenommen und an die Regierung geschickt worden. Diese prüft noch immer die Echtheit der Aufnahme.

"Wir sind ein wenig darüber besorgt, dass die Mädchen in dem Video nicht unter Stress zu stehen scheinen und dass sich ihr Aussehen kaum verändert hat", sagte Informationsminister Lai Mohammed. Die Suche nach den Entführten sei jedoch weiter eine Priorität der Regierung, versicherte der Minister. Das Militär habe in den vergangenen Monaten zahlreiche von Boko Haram besetzte Gebiete und hunderte von Menschen befreit.

Präsident Muhammadu Buhari hat die Rettung der Schülerinnen wiederholt versprochen. Im Januar gelobte er, neue Ermittlungen einzuleiten. Immerhin war Buharis Zusicherung, die Terrormiliz zu stoppen, ein Grund für seinen Wahlsieg im März 2015 gewesen. Sein Vorgänger Goodluck Jonathan hatte die Nigerianer tief enttäuscht, nachdem er erst 19 Tage nach der Entführung politisch und militärisch reagierte.

Indes verschleppt Boko Haram weitere Mädchen und Frauen und bezeichnet die Versklavung andersgläubiger Frauen als religiöse Pflicht. Mindestens 2000 Menschen sind Amnesty International zufolge in die Gefangenschaft der Islamisten geraten.

Die verhängnisvolle Nacht im April 2014 hat das Leben der betroffenen Familien zerstört. Inzwischen seien in Chibok 17 Mütter und Väter der entführten Mädchen an von Stress und Traumata verursachten Krankheiten gestorben, klagt die Gruppe "Bring Back Our Girls".

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15.04.2016, 06:00 Uhr

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