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Viel Geld fürs Digitale und das Militär
Ministerpräsident Li Keqiang wischt sich bei seiner Rede den Schweiß von der Stirn. Foto: Andy Wong
China

Viel Geld fürs Digitale und das Militär

Die Volksrepublik wächst weiter stärker als erwartet. In zwei Jahren soll die absolute Armut beseitigt sein.

06.03.2018
  • FELIX LEE

Peking. Mit der chinesischen Wirtschaft geht es kräftig voran. Zum Auftakt des Volkskongresses – Chinas einmal im Jahr tagende Scheinparlament – hat Premierminister Li Keqiang vor den 3000 Abgeordneten seinen Rechenschaftsbericht vorgelegt. Die Wirtschaft der Volksrepublik ist 2017 um 6,9 Prozent gewachsen und damit stärker als erwartet. Die chinesische Führung und Ökonomen hatten mit einem Wachstum von 6,5 Prozent gerechnet. Diesen Wert gibt Li nun für dieses Jahr vor. Die Inflation soll bei 3 Prozent liegen.

Seit der Amtsübernahme von Generalsekretär Xi Jinpings vor fünf Jahren hat sich Chinas Anteil an der Weltwirtschaft von 11,4 Prozent auf 15 Prozent erhöht. Das ist noch die bescheidene Lesart. Ökonomen des Internationalen Währungsfonds (IWF) haben bereits vor zwei Jahren darauf hingewiesen, dass kaufkraftbereinigt Chinas Anteil am globalen Bruttoinlandsprodukt das der USA bereits überholt hat. China wäre demnach bereits die größte Volkswirtschaft der Welt.

In seiner Rede hob Li vor allem Chinas Erfolge in der Digitalwirtschaft hervor. Netzwirtschaft, neue Werkstoffe und Antriebsformen für Autos, Biotechnologie, Robotik – alle diese Bereiche würden sich prächtig entwickeln, sagte Li und kündigte an, dass seine Regierung sie weiter üppig fördern werde. Zudem warb er um die Rückkehr der chinesischen Fachkräfte, die sich derzeit im Silicon Valley und an anderen Hightech-Standorten ausbilden lassen. „Gemeinsam werden wir ein digitales China aufbauen“, sagte er.

Ein weiterer Wachstumstreiber: das Militär. China werde das Verteidigungsbudget 2018 um 8,1 Prozent auf umgerechnet 142 Mrd. EUR steigern – so stark wie seit drei Jahren nicht mehr. Erfolge kann Li auch bei der Armutsbekämpfung verbuchen. Die Zahl der Menschen unter der Armutsgrenze hat sich seit 2013 von 98 Millionen auf 30 Millionen verringert. Bis 2020 soll die absolute Armut beseitigt sein. Felix Lee

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06.03.2018, 06:00 Uhr

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