Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Ab August schnurrt der erste Elektrobus

Viel beachtetes Pilotprojekt in Baiersbronn schafft Zusatzangebot für Bürger und Gäste

Die Gemeinde Baiersbronn stößt die Tür zur Elektro-Mobilität ein weiteres Stück auf. Am Montagabend stellte sie auf dem Rosenplatz den ersten vollelektronischen Gemeindebus vor, der ab August das örtliche Nahverkehrsangebot aus Bus und Bahn attraktiv ergänzt und erweitert. Damit und dabei werden viele neue Wege begangen.

10.06.2015
  • Hannes Kuhnert

Baiersbronn.Noch werden Bus und Fahrplan auf der Gemeindegemarkung eingehend getestet, ab August wird das leise schnurrende Bequemfahrzeug im täglichen Fahrplan eingesetzt, um einerseits Bürger aus den Gemeindeteilen wie Tonbach, Obertal oder Mitteltal in den Mutterort hin- und zurückzubringen und andererseits Gäste und Einheimische zu bestimmten Zeiten zu den Wanderhütten auf der Sattelei oder den Stöckerkopf zu chauffieren. Die Steigungen in Baiersbronn – das bewies eine Probefahrt – schafft der Bus spielend (siehe Infokasten).

Selbst Minister Alexander Bonde (Grüne) sprach bei der Fahrzeugübergabe von einer Pionierleistung der Gemeinde, als er den neuen Bus als „schönes Projekt zu einem spannenden Thema im Mobilitätsland Baden-Württemberg“ vorstellte. Sein Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz hatte mit der Ausschreibung von 20 Modellvorhaben für Elektromobilität im Alltag ländlicher Kommunen die Initialzündung ausgelöst. Die Gemeinde Baiersbronn hatte sich mit Erfolg beteiligt und den mit 100 000 Euro dotierten Sonderpreis erhalten. Ihr Konzept ist auch ungewöhnlich und interessant genug, ausgetüftelt nach einem Bürger-Workshop und mit Hilfe von Projektentwickler Christian Klaiber aus Trossingen auf die speziellen Bedürfnisse und Gegebenheiten der Gemeinde zurechtgeschnitten. Ungewöhnlich auch, dass ein Privatunternehmen, nämlich die örtliche Firma Omnibusverkehr Klumpp, den Bus besitzt und betreibt. Das Fahrzeug ist bereits 250 000 Kilometer mit Dieselmotor gefahren und wurde als erster Omnibus von der Firma Elektro-Fahrzeug Schwaben (EFAS) für seine neuen Zwecke umgebaut. Dafür zahlte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) noch mal einen Zuschuss.

Wie Minister Bonde betonte, seien derartige Pionierprojekte mit realistischen Rahmenbedingungen notwendig, um im Alltagsbetrieb die Praxistauglichkeit neuer Technologien und Mobilitätskonzepte zu testen. So dürfe man gespannt sein, wie die Elektro-Technik mit dem Winter und der Topografie im Schwarzwalds zurechtkomme, und wie Fahrzeug und Angebot von Einwohnern und Gästen angenommen werde.

Baiersbronns Bürgermeister Michael Ruf war sichtlich stolz auf den „neuen Baustein im Mobilitätskonzept für Einheimische und Gäste“. Entgegen der landläufigen Meinung passen Elektromobilität und ländlicher Raum sehr gut zusammen. Die „Baiersbronner Lösung“ mit dem E-Gemeindebus finde, wie Projektentwickler Klaiber ergänzte, bereits großes Interesse in anderen Gemeinden.

Michael Ruf konnte sich gut vorstellen, dass Bus und Konzept als Prototyp für den Binnenverkehr in der Nationalpark-Region gelten könne. Er wünschte dem Bus „immer genügend Saft in der Batterie“ und kündigte an, dass auf dem Gemeindegebiet demnächst weitere E-Tanksäulen aufgestellt werden.

Bei einer nahezu geräuschlosen Probefahrt überzeugten sich Minister und Gäste vom praktischen Einsatz des E-Fahrzeugs. Am Steuer Firmenchef Andreas Klumpp, der mit sichtlicher Freude am Fahren ohne Sprit über die Leistungskraft des voll besetzten Gefährts staunte.

Viel beachtetes Pilotprojekt in Baiersbronn schafft Zusatzangebot für Bürger und Gäste
Pilotprojekt in Sachen Nahverkehr mit dem E-Bus: Von links Christian Klaiber, Michael Ruf, Alexander Bonde und Andreas Klumpp. Bilder: rt

Viel beachtetes Pilotprojekt in Baiersbronn schafft Zusatzangebot für Bürger und Gäste
Eine E-Bus-Fahrt ist lustig: Von links Bürgermeister Michael Ruf, Minister Alexander Bonde und Tourismusdirektor Patrick Schreib.

Im E-Bus haben 20 Personen Platz, er ist behindertengerecht eingerichtet mit Auffahrrampe und zwei Rollstuhlplätzen. Seine Reichweite bis zur nächsten Elektro-Aufladung beträgt etwa 150 Kilometer. Der Bus schafft Steigungen bis zu 20 Prozent, seine Spitzengeschwindigkeit liegt bei 70 Stundenkilometern. Angetrieben wird er von einem Synchronmotor mit einer Spannung zwischen 300 und 750 Volt. Der vollelektronische Gemeindebus verfügt über eine automatische Start-Stopp-Automatik und eine Energie-Rückgewinnung beim Bremsen.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

10.06.2015, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball