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Prozess

Viel über Technik, wenig über Motive

Der 58-jährige Rottenburger, der an der Kinderporno-Plattform „Elysium“ beteiligt war, sagte nun detailliert aus.

29.08.2018

Von ST

Symbolbild: liveostockimages - Fotolia

Schon am zweiten Prozesstag in der vergangenen Woche hatte der 58-jährige Rottenburger ausgesagt und sein Mitwirken an der Kinderpornografie-Plattform „Elysium“ zugegeben. Am Dienstag nun lieferte der mutmaßliche Chef-Administrator genaue Aussagen darüber, welche Aufgaben er und die drei Mitangeklagten übernommen hätten. Er sei derjenige mit dem größten Einfluss gewesen, „einen Chef schlechthin“ habe es aber nicht gegeben.

Mehrere Stunden legte er dar, wie die Plattform betrieben worden sei. Das Ende sei für ihn dann sehr überraschend gekommen, weil eines Morgens ein Banner darauf hingewiesen habe, dass „Elysium“ von Ermittlungsbehörden übernommen worden ist. Dass er sich Kindern selbst nie genähert habe, hatte der 58-Jährige schon bei seiner ersten Aussage beteuert.

Wie die Deutsche Presseagentur berichtet, kamen vor allem in der Aussage des 62-jährigen Mitangeklagten schaurige Details ans Licht. Der Mann aus Bayern räumte ein, sich mit einem Mann aus Österreich verabredet zu haben, um dessen Sohn (4) und Tochter (6) zu missbrauchen. Schon vor 20 Jahren sei er übergriffig geworden. Er habe über die Plattform die Möglichkeit gesehen, „sich mit Leuten, die das Problem Pädophilie in sich tragen, auszutauschen“.

Der Fall „Elysium“

Vier Männer aus Baden-Württemberg, Bayern und Hessen sollen die Kinderpornografie-Plattform „Elysium“ betrieben haben. Sie stehen in Limburg vor Gericht, wo der Server in einer Kfz-Werkstatt gefunden worden ist. Nach verdeckten Ermittlungen wurde die Plattform aus dem verborgenen Teil des Internets („Darknet“) entfernt, doch zu diesem Zeitpunkt im Juni 2017 hatten sich bereits rund 111 000 Mitglieder dort registriert. So zählte „Elysium“ zu den größten Kinderporno-Plattformen weltweit.

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Erstellt:
29. August 2018, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
29. August 2018, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 29. August 2018, 01:00 Uhr

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