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Eine Rechnung mit Variablen

Viele Aufgaben für Schulplanung in der Südstadt

In die Südstadt ziehen immer mehr junge Familien. Das hat Folgen: Die Grundschulen und die Französische Schule brauchen mehr Raum. Anfang Dezember soll klarer sein, wie es gehen könnte. Ende Januar entscheidet der Gemeinderat.

22.11.2012
  • Ute Kaiser

Tübingen. Die Stadtverwaltung steht unter enormem Zeitdruck. Bis zum 8. Dezember muss sie Varianten ausarbeiten, wie der Schulraum einschließlich der Mörike-Schule optimal genutzt werden könnte. Denn dann soll „eine Richtungsentscheidung fallen“, sagte Baubürgermeister Cord Soehlke gestern beim Pressegespräch. Schließlich wollen die Eltern bis zur Anmeldung ihrer Kinder wissen, wie die Lage aussieht, so der für Schulen zuständige Erste Bürgermeister Michael Lucke.

Ideen gibt es viele. Die trugen Fachleute der Stadt, des Schulamts, Schulleiterinnen und Eltern beim Workshop am vergangenen Samstag zusammen. Entschieden ist noch nichts. Die Rathausspitze setzt, so Soehlke, auf „offene Diskussionen“.

Alle Beteiligten sind nun gefordert, ein „stimmiges Schulkonzept“ (Soehlke) zu entwickeln, sodass „am Ende jede Schule gut mit der Lösung leben kann“, wie Uta Schwarz-Österreicher vom zuständigen Fachbereich als Ziel bei diesem „hoch emotional besetzten Thema“ beschrieb.

Dabei sind einige Eckpunkte zu bedenken. Derzeit gibt es in dem Stadtviertel zwischen 800 und 900 Grundschüler/innen. Durch neue Baugebiete wie etwa das auf dem Güterbahnhof-Areal reichen die acht Züge (das ist die Anzahl der parallelen Klassen pro Schuljahrgang) an der Hügel-, der Französischen Schule und der Grundschule am Hechinger Eck voraussichtlich schon im Jahr 2015 nicht mehr aus. Es kommt ein neunter Zug dazu. Wo der angesiedelt werden könnte, soll die Verwaltung jetzt prüfen. An der beengten Hügelschule sicher nicht.

Bisher hatten die drei Grundschulen in der Südstadt eigene Schulbezirke. Seit die Französische Schule in diesem Schuljahr Gemeinschaftsschule ist, gilt das für sie nicht mehr. Sie steht allen Südstadt-Kindern offen. Bei freien Plätzen können auch Kinder aus anderen Stadtgebieten oder Gemeinden angemeldet werden. Deshalb müssen die Schulbezirke neu zugeschnitten werden. Noch offen ist, ob es weiter zwei oder nur noch einen Schulbezirk geben wird.

Die Gemeinschaftsschule Französische Schule wächst Jahr für Jahr um zwei Klassen. Außerdem gibt es pro Jahrgang drei Grundschul-Klassen. „Wünschenswert“, so Lucke, „wäre ein Standort“ für alle. Allein: Für dieses „Riesenbauvolumen“ ist kein Platz. Weil die Mörike-Werkrealschule aufgegeben wird, werden dort Räume frei (siehe Kasten). Die könnten dann die siebten bis zehnten Klassen der Gemeinschaftsschule nutzen. Die ersten bis sechsten Klassen blieben am Galgenberg.

Das und einen Neubau sieht ein Beschluss des Gemeinderats vor. Bisher hat die Stadt mit 2,4 Millionen für die Erweiterung des bestehenden Gebäudes gerechnet. Die aktuelle Planung würde jedoch mit rund fünf Millionen auf mehr als das Doppelte kommen – aus Sicht der Stadt eine „nicht vertretbare Steigerung“. Außerdem stehen Landesmittel von 800 000 Euro infrage. Das Regierungspräsidium sieht derzeit keine Chance zur Förderung, weil rechnerisch in der Mörike-Schule Platz ist. Die Verwaltung muss sich deshalb Gedanken über Alternativen zu den bisherigen Plänen machen und beispielsweise „gucken, ob die Mensa verzichtbar ist“, wie Lucke sagte.

„Es ist wichtig, ein Gesamtkonzept zu entwickeln und schnell zu handeln“, sagte Soehlke. Dabei hat die Stadt als Schulträgerin auch zu bedenken, dass sie „sehr viel Geld investieren muss“. Das wolle sie „an den richtigen Stellen tun“, so der Baubürgermeister.

Der Workshop sei „intensiv und fruchtbar“ gewesen, lobte Lucke. Die Vorschläge werden nun zu Szenarien zusammengefasst. Sie sind Grundlage für die neue Runde am 8. Dezember. Die ersten Entscheidungen soll der Gemeinderat Ende Januar treffen. Eins aber steht jetzt schon fest: „Am Grundkonzept der Französischen Schule wird nicht gerüttelt“, heißt es in der städtischen Mitteilung zur Pressekonferenz.

Viele Aufgaben für Schulplanung in der Südstadt
Seit diesem Schuljahr ist die Französische Schule an der Galgenbergstraße Gemeinschaftsschule. Das hat Konsequenzen für die städtische Entwicklungs-Planung.

In diesem Schuljahr ist an der Mörike-Schule keine Eingangsklasse mehr gebildet worden. Dort lernen aktuell 129 Schüler/innen in acht Klassen. Ende des Schuljahres 2015/16 werden die letzten beiden Klassen die Werkrealschule verlassen.
Vom Schuljahr 2013/14 an sollen an der Mörike-Schule zwei Jahre lang die Grundschüler/innen aus den Lindenbrunnen-Pavillons unterrichtet werden. Sie brauchen sieben Räume, bis der Neubau neben dem Wildermuth-Gymnasium bezugsreif ist. Aber auch eine Container-Lösung ist nicht ausdiskutiert.
Die Französische Schule bräuchte vom Schuljahr 2014/15 an Räume in der Mörike-Schule. Denn dann kommen die dieses Jahr eingeschulten ersten Gemeinschaftsschüler/innen in die siebte Klasse.

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22.11.2012, 12:00 Uhr

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