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Ulm

Vierjähriger totgeprügelt: Misshandlungsprozess beginnt

Die Familie galt als unauffällig und war dem Jugendamt nicht bekannt: Fünf Jahre nach dem Tod eines vierjährigen Jungen aus Geislingen (Kreis Göppingen) müssen sich seine 28-jährige Mutter und ihr damaliger 30-jähriger Partner ab Montag vor Gericht verantworten.

17.04.2016
  • dpa/lsw

Ulm. Sie sollen das Kind misshandelt und damit seinen Tod verursacht haben.

Das Gesetz sieht für Körperverletzung mit Todesfolge eine Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren vor, in minder schweren Fällen von bis zu zehn Jahren. Mitte Februar 2011 soll einer der Beiden das Kind mit der flachen Hand kräftig geschlagen haben. Ende Februar sei das Kind zudem mit der Faust gegen Kopf, Rumpf und Extremitäten geschlagen worden. Im März 2011 erlitt der Junge durch Schläge Hirnverletzungen und -blutungen. Ein Notarzt reanimierte das Kind zwar noch - doch der Vierjährige erlag kurze Zeit darauf in einer Klinik in Tübingen seinen Verletzungen.

Zunächst stand der Freund der Mutter unter Tatverdacht. Bei einer Vernehmung hatte die Frau die Misshandlungsvorwürfe gegen ihn bestätigt. Sie hatte ihren damaligen Partner beschuldigt, das Kind mit den Händen um den Hals durchs Zimmer getragen und zu Boden fallen gelassen haben. Dort sei er bewusstlos liegen geblieben, bis sie einen Notarzt alarmierte. Der Mann hatte die Tat vor der Polizei bestritten.

Laut Anklage ist fünf Jahre später unklar, wer das Kind geschlagen hat, aber der jeweils andere habe die Schläge gebilligt. Die Angeklagten hätten den Tod des Jungen zwar nicht gewollt, sie hätten ihn aber vorhersehen können. Die Ärzte fanden damals ältere Blutergüsse am ganzen Körper - der Vierjährige war wohl schon häufiger misshandelt worden.

Die Mutter soll dem Sohn laut Anklage bereits zwischen August 2008 und Juli 2009 drei Mal kräftig ins Gesicht geschlagen. 2010 soll ihr damaliger Lebensgefährte dem Kleinkind in einer Gaststätte eine kräftige Ohrfeige gegeben haben.

Die Angeklagten befanden sich 2011 für knapp sechs Monate in Untersuchungshaft, seitdem sind sie wieder auf freiem Fuß. Das gemeinsame Kind der Angeklagten wurde damals in die Obhut einer Pflegefamilie gegeben. Der leibliche Vater des getöteten Jungen schloss sich als Nebenkläger dem Verfahren an.

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17.04.2016, 13:38 Uhr | geändert: 17.04.2016, 09:15 Uhr

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