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Das 24-Stunden-Rennen zog mehr Starter an als je zuvor

Viertel Äquator weggelaufen

Sie liefen im Wolkenbruch und Sonnenschein, im Licht nächtlicher Fackeln und am Schluss alle gemeinsam: Einen Tag und eine Nacht lang frönte eine große Fan-Gemeinde ihrem Ausdauer-Sport beim 24-Stunden-Lauf des VfL Dettenhausen.

23.07.2012
  • WOLFGANG ALBERS

Dettenhausen. Die Schönbuchgemeinde hat sich einen Namen in der Läuferszene erarbeitet: Der 24-Stunden-Lauf des VfL Dettenhausen zieht von Jahr zu Jahr mehr Teilnehmer zum Sportgelände. 180 waren es im Vorjahr, heuer hatten sich 370 angemeldet. Darunter waren Starter aus ganz Deutschland, aus Hamburg, Berlin und dem Ruhrgebiet.

Darunter waren Laufbegeisterte und Walker, die sich im Team abwechselten oder ihr Pensum auf einige Stunden oder Runden begrenzten. Die Attraktivität der Veranstaltung liegt auch in einem konsequenten „Keinen Stress!“. „Es geht nicht ums Gewinnen, sondern um den Spaß und das Miteinander“, sagte Vereinssprecher Thomas Listl. So sah man ambitionierte Läufer im flotten Schritt neben Kindern über die 1,6-Kilometer-Runde wuseln.

Kein Stress, das bedeutete auch, dass der Verein kein Startgeld kassierte. Einfach Nummer umhängen, einen Chip für die elektronische Messung in den Schuhbändel stecken, los ging es: hoch zum Schützenhaus, am Waldrand entlang, eine Runde um eine große Wiese laufen und zurück zum Sportplatz.

Dort sah es aus wie auf einem Campingplatz. Etliche Teilnehmer nutzten das Angebot, dort im Zelt zu übernachten – kostenlos und unkompliziert. Das spricht sich rum in der Langläufer-Gemeinde. Etliche hatten signalisiert: Wenn das Konkurrenz-Angebot nicht so groß gewesen wäre (so gab es parallel in Berlin einen anderen 24-Stunden-Lauf), hätte sich noch mehr Läufer in Dettenhausen angemeldet.

Etwa aus dem Feld der Ultra-Läufer, die komplett 24 Stunden ihre Runden abspulen. Diese Gruppe mit ihren 38 Läufern war international: Aus Italien, Ungarn oder Frankreich waren Teams angereist.

Starten nach Herz-OP und Dienst in Frankfurt

Alle Starter zusammen rannten mal locker knapp ein Viertel des Äquators weg: In 5618 Runden schafften sie zusammen 9269 Kilometer. Zwei Jungs aus dem Jahrgang 2008 waren die Jüngsten, sie bewältigten zusammen zehn Kilometer. Der Älteste war Herbert Pudelko aus Dettenhausen. Der 84-Jährige walkte 33 Kilometer. Er war ein bisschen traurig, dass er die 51 Kilometer des Vorjahres nicht wiederholen konnte. Aber schließlich hatte er kürzlich eine Herzoperation. Wie wichtig ihm der Dettenhäuser Lauf war, bewies ein Mann aus Frankfurt. Er lief vom Start um zehn Uhr bis um 15 Uhr mit, fuhr nach Frankfurt zur Arbeit und wieder nach Dettenhausen zurück, wo er um drei Uhr wieder auf die Strecke ging.

„Ihr habt ein Wahnsinns-Ergebnis abgeliefert“, rief Initiator und Mit-Organisator Joachim Hauser der Schar zu, die zusammen auf die Schlussrunde gegangen war. „Jeder, der hier gestartet und über die Matsch-Lachen gelaufen ist, ist ein Sieger!“ Denn das Wetter war hart: Wolkenbrüche, Donner und einstellige Temperaturen in der Nacht waren eine Herausforderung.

Vor allem beim Geläuf auf der Waldstrecke waren die Füße oft im Schlamm eingesunken. Das werde der Verein beim nächsten Mal verbessern, versprach Hauser. Ansonsten bleibt es beim Bewährten: Auch 2013 werde in Dettenhausen wieder 24 Stunden lang gelaufen.

Viertel Äquator weggelaufen
Pause zwischen den Runden: Die französischen Starter beim 24-Stunden-Lauf in Dettenhausen nutzen die Zeit zum Essen und TrinkenBild: Ulmer

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23.07.2012, 12:00 Uhr

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