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Gyros oder Rote Wurst?

Viertelfinale zieht am Freitag die Massen an

Es ist angerichtet: Beim Art Café in Tübingen warten Gyros und Rote auf die EM-Fans – über 1000 Fußball-Gucker werden dort am Freitagabend erwartet.

21.06.2012
  • hdl

Tübingen. Reservierungen für Freitagabend nimmt das Tübinger Art Café gar nicht mehr an – der Wirt Athanasios Katsaras und sein Team wappnen sich für den Ansturm der Fußball-Fans. Auf drei Leinwänden und mehreren Bildschirmen wird die Partie übertragen, ein Zelt ist aufgebaut, zusätzliche Bänke stehen bereit. Insgesamt werden an der Waldhäuser Straße über tausend Leute zum gemeinsamen Gucken erwartet – das Art Café ist auch Stammlokal des Hellas Football Club Tübingen, dem mittlerweile einzigen griechischen Fußball-Verein der Stadt. „Nach der Niederlage gegen Tschechien mussten wir manchen Ouzo ausgeben, da hat kein Grieche mehr ans Weiterkommen geglaubt – aber nach dem Sieg gegen Russland war hier Halli-Galli“, sagt der Mitarbeiter Muse Job. Die Küche ist auf alle Eventualitäten vorbereitet, „wir haben Gyros, Schnitzel und Rote Wurst“, sagt Job. Nur Diskussionen über das Euro-Sparpaket sind nicht erwünscht: „Die Politik wird ausgeblendet.“

Den Kick gemeinsam gucken können die Fans am Freitagabend natürlich auch bei den bekannten Public-Viewing-Orten wie etwa auf dem Tübinger Post-Areal. Besonders großen Andrang erwarten die Gaststätten mit griechischen Inhabern, wie das Weilheimer Kneiple von Aris Mousmoulidis. Beim Tübinger Bowling-Center indes werden wahrscheinlich die Kicker von Jogi Löw besonders frenetisch angefeuert – denn bei jedem deutschen Tor gibt es dort ein Glas Bier gratis.

Vor einer emotionalen Zerreißprobe stehen am Freitagabend viele Exil-Griechen wie Ari Moumtsidis, der sowohl die griechische als auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt. Doch der 39-jährige Ofterdinger hat sich entschieden – er feuert das griechische Team an, obwohl er großer Fan der deutschen Nationalmannschaft ist und Jogis Jungs auch am Freitag in der Favoritenrolle sieht: „Wenn die Deutschen nicht gewinnen, sind sie selber schuld“, sagt Moumtsidis. Die Diskussion um die griechische Schuldenkrise wertet er aber als möglichen psychologischen Vorteil für den Außenseiter: „Durch diese ganzen politischen Dinge könnten die Griechen angestachelt werden.“ Das Spiel guckt der Polizist Moumtsidis bei deutschen Arbeitskollegen in Gomaringen – stilecht im blau-weißen Trikot, versteht sich. „Auch wenn ich der Einzige bin.“

Viertelfinale zieht am Freitag die Massen an
So jubelten die griechischen Fans auf der Tübinger Neckarbrücke, als ihr Team mit Otto Rehhakles 2004 Europameister wurde – und wer feiert heute Abend?

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21.06.2012, 12:00 Uhr

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