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Geflügelpest

Vogelgrippe grassiert am Bodensee

Zugvögel haben den Erreger in den Südwesten eingeschleppt. Züchter müssen ihre Tiere im Stall lassen.

10.11.2016

Von PETRA WALHEIM

Tote Ente im Hafenbecken von Überlingen. Foto: dpa

Konstanz. Rund um den Bodensee breitet sich eine hoch ansteckende Form der Vogelgrippe aus. In den vergangenen Tagen wurden immer wieder tote Wasservögel, vor allem Reiherenten, angeschwemmt. Deren Untersuchung im Friedrich-Löffler-Institut in Greifswald hat ergeben, dass sie an der Geflügelpest des Typs H5N8 erkrankt und verendet sind. Tote Vögel melden auch Österreich, die Schweiz und Bayern.

Auf baden-württembergischer Seite wurde von den Behörden angeordnet, dass in einem Uferstreifen von 1000 Metern Breite am Bodensee das Geflügel in den Ställen bleiben muss. Außerdem gelten in diesem Schutzstreifen besondere „Biosicherheitsmaßnahmen“: Fremde dürfen nicht in die Ställe gelassen werden. Die Ställe dürfen nur mit Schutzkleidung betreten werden. Die muss danach gereinigt und desinfiziert werden. Beim Betreten oder Verlassen des Stalls müssen die Schuhe gewechselt werden. Diese und andere Regeln gelten vorsorglich auch entlang des baden-württembergischen Rheinufers auf einer Breite von 500 Metern.

Für Menschen ungefährlich

„Nach aktuellem Kenntnisstand können wir davon ausgehen, dass H5N8 für den Menschen ungefährlich ist“, heißt es in einer Pressemitteilung des Landwirtschaftsministeriums. Es wird jedoch davon abgeraten, tote Vögel zu berühren. Experten gehen davon aus, dass Zugvögel für die Ausbreitung der Vogelgrippe verantwortlich sind. „Deshalb bricht die Krankheit immer wieder im Herbst oder Frühjahr aus“, sagt Dr. Klaus-Peter Linn, Geschäftsführer des Geflügelwirtschaftsverbandes Baden-Württemberg.

Er empfiehlt den Geflügelhaltern, vor allem auch den kleinsten Betrieben, sich an die Regeln zu halten. „Bei der Vogelgrippe ist die Größe des Bestandes egal.“ Selbst wenn in einem Kleinstbetrieb die Vogelgrippe ausbreche, müsse sämtliches Geflügel im Umkreis getötet werden. Der Kontakt mit Wildvögeln und deren Hinterlassenschaften müsse unbedingt vermieden werden. „Es reicht, wenn ein Wildvogel über einen Auslauf fliegt und Kot fallen lässt. Wenn das Geflügel draußen ist, kann es dadurch schon infiziert werden.“ Petra Walheim

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Erstellt:
10. November 2016, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
10. November 2016, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 10. November 2016, 06:00 Uhr

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