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Kolumbien

Volk sagt Nein zum Friedensvertrag

Nach 52 Jahren sollte der Bürgerkrieg beendet werden. Doch das Volk hat das Abkommen abgelehnt.

04.10.2016
  • DPA

Bogotá. Völlig überraschend haben die Kolumbianer das historische Friedensabkommen zwischen der Regierung und der linken Farc-Guerilla abgelehnt. Bei der Volksabstimmung am Sonntag stimmten 50,21 Prozent gegen den Vertrag, wie die Wahlbehörde nach Auszählung fast aller Stimmen mitteilte. 49,78 Prozent votierten für das Abkommen. Alle Umfragen waren von einer Bestätigung des Abkommens ausgegangen. Die Wahlbeteiligung lag angesichts der Bedeutung nur bei enttäuschenden 37,43 Prozent.

Der Vertrag, der nach fast vierjährigen Verhandlungen vorige Woche unterzeichnet worden war, sollte den ältesten bewaffneten Konflikt Lateinamerikas mit mehr als 220 000 Toten und rund fünf Millionen Vertriebenen beilegen.

Gegner des Abkommens hatten vor allem die relativ milden Strafen für die Guerilleros kritisiert – eine Sonderjustiz sieht maximal acht Jahre Haft für Farc-Verbrechen vor. Die noch rund 8000 Kämpfer sollten zudem unter Beteiligung von UN-Beobachtern ihre Waffen abgeben. Ebenfalls kritisch wird die staatliche Hilfe bei der Gründung eines politischen Projekts gesehen. Die marxistisch ausgerichtete Farc sieht sich als Anwalt der armen Landbevölkerung. Für die kommenden zwei Wahlperioden bekommen sie mindestens fünf Sitze im Senat und in der Abgeordnetenkammer garantiert, auch wenn ihre Partei keine entsprechend hohe Stimmenanzahl gewinnen sollte.

Wie es nun weitergeht, ist völlig unklar. Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos will für das Abkommen kämpfen. „Ich gebe nicht auf. Ich werde mich bis zum letzten Tag meiner Amtszeit um den Frieden bemühen“, sagte er. Er schickt nun wieder Unterhändler nach Kuba, wo mit internationaler Beteiligung die Verhandlungen stattfanden. Auch mit Gegnern des Abkommens will er sprechen. dpa

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04.10.2016, 06:00 Uhr

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