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Technik, stylisch anzusehen

Volksbank-Arena als Nachfolgerin der Hohenberg-Sporthalle ist fast fertig

Schüler und Sportler werden sich freuen: Wenn die Nachfolgerin der abgebrochenen Hohenberg-Halle in zwei Wochen eröffnet wird, haben sie in allen Bereichen bessere Möglichkeiten, sich zu bewegen.

13.09.2014

Von Gert Fleischer

Rottenburg. Die „Volksbank-Arena“, wie die neue Halle heißt, wird am Samstagabend, 27. September, feierlich eröffnet. Hochbauamtsleiter Markus Gärtner zeigte dem TAGBLATT die Halle, auch wenn noch nicht alles ganz fertig ist. Es ist eine Vierfeldhalle: Unter der Decke hängen zusammengefaltet drei Trennvorhänge, die nach Bedarf herabgelassen werden können und dann bis zu vier 15 mal 27 Meter große Standardhallen ausbilden. Das ist für den Schulsport nötig und fürs Training der Vereine.

Zehn Einheiten mit Dusch- und Umkleideräumen hat die Halle, zwei davon barrierefrei. Zwei weitere sind für Übungsleiter oder Sportlehrer da. Hinzu kommen Besuchertoiletten und etliche Technik- und Lagerräume. Im Durchgang von der Halle zum Stadion befinden sich weitere Duschen, Toiletten und Räume samt Schuhwaschanlage – alles für die Aktiven im Freien.

Für die Sporttreibenden innen hat die Halle im Erdgeschoss und damit auf Hallenniveau einen eigenen Eingang. Den Hauptzugang erreichen Besucher über eine lange rollstuhlgerechte Rampe. Sie endet oberhalb des Trakts zum Stadion. Auf dieser Ebene befinden sich die Zuschauer-Stehplätze und die zehn speziellen Plätze für Rollstuhlfahrer. Zu den Sitzplätzen führen Stufen hinab.

Ebenfalls auf Haupteingangsniveau liegt die Gaststätte, die die Stadt langfristig an den Fußballclub Rottenburg verpachtet hat. Grautöne bis zum Anthrazit und modernes, kantiges Design prägen das Ambiente. „Hier gibt es nur einen Fremdkörper“, sagte Gärtner und lächelte: Es ist die Bierzapfanlage aus bauchiger Keramik. Man kann es auch als Cross-over-Design bezeichnen. Die Gaststätte hat hinter den wandhohen Fenstern 60 Plätze, im Freien weitere 50. Richtung Otto-Locher-Halle folgen ein Jugendraum und die Geschäftsstelle des FC Rottenburg.

Alle FC-Räume liegen rechts vom Eingang. Links davon gibt es einen weiteren Gastro-Bereich, der den Vereinen bei Nutzung der Halle zur Verfügung steht. Ob man es VIP- oder Cateringzone nennt, kommt auf den Anlass an: 50 Sitzplätze an Tischen sind vorhanden.

Die Sporthalle selbst zeichnet sich durch ihre Multifunktionalität aus. Manche Sportgeräte lassen sich von der Decke absenken. An den Stirnwänden gibt es ein ausfahrbares Multi-Motion-Center mit diversen Klettermöglichkeiten, gespendet von der Kreissparkasse. Der Förderverein für die Sporthalle hat nicht nur die geforderten 200 000 Euro zur Finanzierung gesammelt, sondern 65 000 Euro mehr. Davon wurde unter anderem ein Action-Center angeschafft.

Bis zu 1020 Besucher fasst die Volksbank-Arena bei Sportveranstaltungen. Davon sind 192 feste Sitzplätze, 560 Sitzplätze auf ausfahrbaren Teleskop-Tribünen, 258 Steh- und die 10 Rolli-Plätze. Etliche Lautsprecher-Boxen erleichtern das „Einheizen“, das heute zum Sport gehört.

Selbst an einem bedeckten Tag ist es in der Halle ohne Beleuchtung ziemlich hell. Das ist die Folge der durchscheinenden, aber nicht durchsichtigen Fassade aus Polycarbonat an den Längsseiten. Auf das Dach hat die Genossenschaft erneuerbare Energien Rottenburg (eER) ihre bisher größte Fotovoltaikanlage gesetzt. Sie erzeugt 210 000 Kilowattstunden Strom im Jahr.

Die Halle hat keine Klimaanlage. Wie schon bei der Otto-Locher-Halle nebenan wird Raumluft zugeführt, die in Erdkanälen unter dem Bau je nach Jahreszeit natürlich gekühlt oder erwärmt wird. Sie strömt langsam unter den Zuschauerreihen ein, erwärmt sich, steigt und wird oben abgesaugt. Im Sommer müssen Sportler bei diesem Low-Tech-Konzept mit Temperaturen bis zu 28 Grad in der Halle rechnen. Was die Erdwärme im Winter nicht schafft, wird durch Nahwärme aus einem neuen Blockheizkraftwerk ergänzt. Die Strahlungsheizkörper hängen als lange Bänder unter der Decke. Sie erwärmen nicht die Luft, sagt Gärtner, sondern die Körper: „Das ist Physik.“

Nach den Berechnungen hat die Halle einen Primärenergiebedarf, der 30 Prozent unter den Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) von 2009 liegt.

Die neue Sporthalle auf dem Rottenburger Hohenberggelände: Blick von der festen Zuschauertribüne über die ausfahrbaren Sitzstufen und das Spielfeld. Der hellgrüne Bodenbelag im hinteren Bereich markiert ein Volleybald-Feld. Die jeweils äußeren Segmente der mobilen Sitzstufen können beispielsweise an die Stirnseiten dieses Felds herangefahren werden. Auf der gegenüberliegenden Wand sind die (hier geöffneten) Geräteräume. Die Halle lässt sich in vier kleinere Hallen unterteilen.Bild Sommer

Um bei den Baukosten kein Risiko einzugehen, hatte die Stadt Rottenburg einen Wettbewerb ausgeschrieben, bei dem Architekten und Bauunternehmen gemeinsam ein Angebot erarbeiten mussten, um es im Fall des Zuschlags zum Festpreis schlüsselfertig zu realisieren. Der Entwurf ist aus dem Büro Weinbrenner, Single, Arabzadeh (Nürtingen), Generalunternehmer war die Georg Reisch GmbH + Co.KG (Bad Saulgau). 8,865 Millionen Euro kostet das Gebäude. Nach aktuellem Stand, so die Auskunft von Hochbauamtsleiter Markus Gärtner, ist mit 1,5 Prozent, also etwa 133 000 Euro, Mehrkosten durch nachträgliche Wünsche der Auftraggeberin zu rechnen..

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Erstellt:
13. September 2014, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
13. September 2014, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 13. September 2014, 12:00 Uhr

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