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Volle Wirkung:
Placebos  Live-Effekt
Mit außerirdischer Stimme: Brian Molko. Foto: Udo Eberl
Pop

Volle Wirkung: Placebos Live-Effekt

Placebo feiern ihr 20-jähriges Bestehen in der Stuttgarter Schleyerhalle mit 6500 begeisterten Fans.

26.11.2016
  • UDO EBERL

Stuttgart. Zum Start der Show ein bebilderter Nachruf. Leonard Cohen speiste mit seiner Lyrik wohl auch den Placebo-Kosmos. In diesem steckt aber noch so viel mehr drin: Indie, Rock, Dark, Spurenelemente von Chanson und Pop-Liebelei. So sehr sich in den vergangenen 20 Jahren die Frisuren und Outfits der beiden Hauptakteure Stefan Olsdal und Brian Molko verändert haben mögen, ihren Sound zelebrieren sie begleitet von unterschiedlichem Musikerpersonal in durchgängiger Konsequenz.

Genau diese Stringenz darf man beim Konzert in der Stuttgarter Schleyerhalle wieder einmal live erleben. „Herzlich willkommen bei unserer Geburtstagsparty“, begrüßt Molko die 6500 Besucher, verrät aber nicht, dass bis zur eigentlichen Party noch Melancholie und dunkel eingefärbte Rockmorbidität durchlebt sein wollen. All das musikalisch sehr geschmackvoll inszeniert mit vier unterstützenden Musikern inklusive Violinistin und reichlich Tasten-Arbeit.

Dabei braucht es bei Placebo doch eigentlich gar nicht viel mehr als Brian Molkos einzigartige Stimme. Die ist so außerirdisch seine Frisur an diesem Abend und kommt am besten zur Geltung, wenn sie balladesk freigelegt wird. Diese Momente gibt es in einem Programm, das sich druckvoll und geschmeidig durch zwei Jahrzehnte wühlt und bohrt. Mal mit unerbittlicher Härte und schreienden Rückkopplungen, dann wieder mit reichlich Schmelz und Zucker, wobei der Nachgeschmack doch immer ein salziger bleibt.

Am Ende aber geht's nach dem Aufruf zum Tanzen nur um Spaß. Stücke wie „Song to Say Goodbye“ oder „The Bitter End“ sorgen dafür, dass jegliche „Teenage Angst“ verfliegt. Die zweite Zugabe nach mehr als zwei Stunden Placebo pur darf dann noch ein Song sein, den sie tatsächlich zu ihrem machen konnten: Kate Bushs „Running up that Hill“ in einer Powerversion als großes Finale.

Udo Eberl

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26.11.2016, 06:00 Uhr

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