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Rottenburger Vesperkirche: Mittagstisch für alle

Vom 25. Januar bis zum 14. Februar Essen auf Spendenbasis

Bereits zum achten Mal organisiert ein Team um die Wendelsheimerin Heide Mattheis die Rottenburger Vesperkirche. Im evangelischen Gemeindezentrum an der Kirchgasse gibt es ab Ende Januar drei Wochen lang täglich ein warmes Mittagessen – auf Spendenbasis.

07.01.2015
  • Michael Hahn

Rottenburg. Arme und Wohlhabende, Erwerbslose und Berufstätige, Kinder und Rentner, Ur-Rottenburger und Migranten: Es ist eine ungewöhnliche Mischung, die sich da seit sieben Jahren immer wieder für drei oder vier Winterwochen im evangelischen Gemeindezentrum zum Mittagessen versammelt. Zur Vesperkirche. Bezahlt wird nach Selbsteinschätzung. „Wer wenig hat, gibt wenig“, heißt es im Vesperkirchen-Flyer. Und wer mehr hat, der spendet eben einen Solidarbeitrag für die anderen mit.

Im achten Jahr haben sich die Abläufe längst eingespielt. Eine feste Kerngruppe hat sich gebildet. Aber noch ist einiges zu tun, und vor allem: Noch werden viele Helfer/innen gesucht, bis die Vesperkirche am Sonntag, 25. Januar, um 10 Uhr mit einem Gottesdienst in ihre achte Runde starten kann.

Etwa 120 Ehrenamtliche, sagt die Koordinatorin Heide Mattheis, braucht die dreiwöchige Aktion. Mattheis war früher die Vorsitzende des evangelischen Kirchengemeinderats. Die evangelische Gemeinde ist die Trägerin der Vesperkirche, aber auch aus den beiden katholischen Gemeinden kommen einige Ehrenamtliche. Andere sind gar nicht kirchlich gebunden.

Die Helfer/innen bilden Tagesteams, die sich schon um 10.30 Uhr treffen und im Anschluss die verschiedenen Dienste übernehmen: Küche, Service, Spülen, den täglichen geistlichen Impuls oder Musik, und vieles mehr. Manche sind fünf Stunden am Stück im Einsatz, andere stoßen vielleicht auch erst um 14 Uhr hinzu, zum Aufräumen und Saubermachen.

Die meisten Helfer/innen sind im (jungen) Rentenalter. Manche sind schon von Anfang an dabei, aber es scheiden auch immer wieder welche aus, etwa aus Altersgründen. Für Berufstätige und junge Eltern sind die Mittagsdienste eher ungeeignet. Außerdem helfen immer etliche Schüler/innen mit, teilweise im Rahmen ihres Sozialpraktikums – unter anderem vom Eugen-Bolz-Gymnasium, von der Lindenschule und von der Carl-Joseph-Leiprecht-Schule.

Täglich bis zu 150 warme Mittagessen gaben die Helfer/innen in den vergangenen Jahren aus. „Da ist man ausgelastet“, sagt Mattheis. Ausnahmsweise gingen auch mal 170 oder 180 Portionen über den Tisch; für Notfälle hält das Team immer noch ein paar Essen vom Vortag oder ein paar Maultaschen bereit.

Allzu flexibel ist das Rottenburger Vesperkirchen-Team dabei nicht, denn die Zahl der Portionen muss immer zwei Tage im Voraus bestellt werden. Das Essen kommt von der Reutlinger Großküche der Metzgerei Zeeb. „Ein sehr verlässlicher Partner“, sagt Mattheis. „Und gute Qualität.“

In den Anfangsjahren hatte die Vesperkirche auch bei der städtischen Hospitalstiftung und im katholischen Martinihaus angefragt, doch beide Großküchen hatten abgewunken. „In Rottenburg gibt es sonst niemand“, sagt Mattheis, zumal ja auch am Samstag und Sonntag gekocht werden muss. Der Martinshof und die KBF stellen Küchen-Zubehör zur Verfügung.

Der Speiseplan ist stark fleischhaltig, aber die Vesperkirchler denken auch an Vegetarier. So wird zumindest die Suppe nicht mehr mit Fleisch-, sondern mit Gemüsebrühe zubereitet. Und es gibt immer frischen Salat und Kuchen.

Den Kuchentisch bestücken freiwillige Spender. Es bäckt, wer Zeit und Lust dazu hat. Dieses Zufallsprinzip klappt meistens ganz gut. Und wenn es mal knapp wird mit dem Nachtisch, „dann gehen wir halt schnell zum Bäcker und kaufen noch einen Hefezopf“, sagt Mattheis.

Etwa 15 000 Euro kostet eine Vesperkirchen-Saison. Darin sind alle realen Kosten enthalten, vom Essen bis zur Heizung. In den vergangenen Jahren wurden meist etwa 10 000 Euro an Bargeld gespendet (in den Gläsern auf den Tischen). Für die übrigen 5000 Euro sind die Organisatoren auf Überweisungen angewiesen. Und die evangelische Kirchengemeinde übernimmt einen Teil des Defizits.

Info: Spenden für die Vesperkirche: Konto der Evangelischen Kirchengemeinde bei der Kreissparkasse Tübingen, IBAN DE56 6415 0020 0002 0063 56, Stichwort „Vesperkirche“.

Vom 25. Januar bis zum 14. Februar Essen auf Spendenbasis
Heide Mattheis, Koordinatorin der Rottenburger Vesperkirche Archivbild: Henning

Am Donnerstag, 15. Januar, von 17 bis 18.30 Uhr ist eine Vorbesprechung für alle Interessierten. Die Koordinatorinnen stellen das Projekt und die Abläufe vor. Anschließend werden die Schichtdienste verteilt (Tageslisten). Eine Anmeldung dazu ist nicht erforderlich. Weitere offene Fragen kann man mit Heide Mattheis auch am Telefon besprechen, 0 74 72/ 14 08.

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07.01.2015, 12:00 Uhr

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