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Österreichische Tankkraft: Orhan Bobic

Vom Ersatzmann in Nehren zum Stammspieler in Mössingen

Weil er in Nehren keine Perspektive mehr sah, wechselte Orhan Bobic (22) vor zwei Jahren zur Spvgg Mössingen. In jedem Spiel stand er seither in der Startelf. Ehrgeiz und Fleiß zeichnen den Universalverteidiger aus, der einst bei Austria Wien das Kicken gelernt hat und mit der Spvgg am Sonntag (14.30 Uhr) den SVN ein drittes Mal in Folge ärgern will.

16.11.2012
  • Ibrahim Naber

Mössingen. Was haben David Alaba und Orhan Bobic gemeinsam? Einiges: Beide sind in Österreichs Hauptstadt Wien geboren und aufgewachsen, beide haben bei Austria Wien gespielt – Bobic bis zur E-Jugend, Alaba ab der E-Jugend. Desweiteren sind sowohl Bobic als auch Alaba Außenverteidiger und haben 2011/2012 ihren persönlichen Durchbruch geschafft. Nicht zuletzt spielen beide aktuell in Deutschland Fußball. Einziger Unterschied: Alaba für den FC Bayern München in der Bundesliga, Bobic für die Spvgg Mössingen in der Landesliga.

Zumindest in Sachen Landeskunde dürfte jedoch Mössingens Rechtsverteidiger klar die Nase vorn haben. Schon 2001, also sieben Jahre bevor Alaba sich seine Lederhosen anzog, ist Bobic mit seiner Familie aus Wien nach Deutschland gezogen. Sein Vater, ursprünglich aus der Türkei, übernahm damals jene Tankstelle in Reutlingen, in der Bobic heute Tag für Tag arbeitet: „Als ich mit zehn Jahren hierher zog, konnte ich schon Deutsch sprechen. Aber bis ich mich an den schwäbischen Akzent gewöhnt hab’, hat dann doch etwas gedauert. Ich hab’ damals noch breites Österreichisch gesprochen“, erinnert sich Bobic. Und der Fußball? In Deutschland angekommen, meldete sich der Galatasaray Istanbul-Fan sofort beim SSV Reutlingen an. Bis zur B-Jugend kickte er an der Kreuzeiche, dann folgte ein Jahr in der Verbandsstaffel beim TSV Sondelfingen. Wenig verwunderlich also, warum Mössingens Trainer Bernd Bauer besonders Bobics „hervorragende Grundausbildung“ schätzt.

Mit großen Ambitionen wechselte Bobic schließlich Ende 2009 zum SV Nehren, seiner ersten Station bei den Aktiven – und wurde doch enttäuscht. Obwohl er hart trainierte, sogar Extraschichten im Fitnessstudio einlegte, langte es im Nehrener Meisterteam von 2010 lediglich für ein paar Kurzeinsätze. Bobic erklärt: „Irgendwann wusste ich: Ich kann machen, was ich will, hier bekomme ich keine Chance mehr! Im Team lief es einfach zu gut.“

So also landete Bobic Anfang 2010 in Mössingen, wo er seitdem kein einziges (!) Pflichtspiel oder Hallenturnier verpasst hat und immer in der Startaufstellung stand: „Ich glaube, ich habe die meisten Einsätze von allen im Team in den letzten beiden Jahren“, sagt Bobic, der auch kaum Mal ein Training verpasst. Sein Fleiß und Ehrgeiz wurden belohnt: Bobic war nicht nur ein fester Teil der Meistermannschaft der vergangen Saison, sondern hat sich auch persönlich kontinuierlich weiterentwickelt.

Wirkte der 22-Jährige vor einem Jahr öfter noch etwas übereifrig und hektisch, präsentiert sich Bobic nun schon deutlich souveräner: „Ich bin hier in Mössingen ein ganz anderer Spieler geworden. Ich bin ruhiger, weiß nun genau, wann ich nach vorne gehen kann und wann nicht“, bestätigt Bobic, der übrigens auch in der laufenden Saison noch kein Spiel verpasst hat. Und sollte der Tank dann doch einmal leer sein, kein Problem: Bobic sitzt ja an der Quelle…

Vom Ersatzmann in Nehren zum Stammspieler in Mössingen

Nach dem 2:3-Knockout gegen Rottweil in letzter Sekunde pocht der SV Nehren auf Wiedergutmachung im Derby gegen die Spvgg Mössingen: „Dann müssen wir in den beiden Spielen bis zur Winterpause nun eben die Punkte holen“, hatte SVN-Kapitän Jakob Braun unmittelbar nach dem Rottweil-Spiel gesagt. Dabei besteht zumindest nicht die Gefahr, dass der SVN den Aufsteiger unterschätzt: „Ich habe großen Respekt davor, was Mössingen in dieser Saison leistet! Die spielen mit sehr viel Leidenschaft, dazu kommt jetzt noch das Derby. Das wird nicht leicht für uns.“ Orhan Bobic kennt die Stärken und Schwächen des SVN. Er warnt besonders vor einem Offensiv-Trio: „Pedro Keppler ist eine Tormaschine. Auf ihn, Munoz und Glasbrenner müssen wir besonders aufpassen.“

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16.11.2012, 12:00 Uhr

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