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In Stuttgart vereinsamt

Vom Erstliga-Nachwuchs zum Landesliga-Kapitän

Lange Zeit gab es für Björn Straub nichts außer Fußball: Schon mit 16 Jahren wohnte er alleine in Stuttgart, träumte als VfB-Jugendspieler von einer Profikarriere – bis er plötzlich am Scheideweg stand. Mittlerweile ist der 21-jährige Hirrlinger bei Fußball-Landesligist FC Rottenburg Kapitän und Spielgestalter im Mittelfeld.

31.08.2012
  • Ibrahim Naber

Rottenburg. Ein bisschen, sagt Björn Straub, bereue er seine Entscheidung im Rückblick schon. Es ist mittlerweile gut drei Jahre her, als sich der damalige A-Jugendspieler der Stuttgarter Kickers die entscheidende Frage stellte: „Willst du wirklich weiterhin immer streng den Profiweg gehen?“ Und verneinte für sich diese Frage.

Gewiss keine einfache Entscheidung. Viel hatte der damals 18-Jährige bereits in den Fußball investiert. Sehr viel sogar. Von seinem Heimatverein SV Hirrlingen über die Zwischenstation FC Rottenburg hatte der defensive Mittelfeldspieler in der C-Jugend den Sprung zum VfB Stuttgart geschafft. Mehr als drei Jahre spielte Straub fortan beim Nachwuchs des Bundesligisten.

Ordnete in dieser Zeit dem Fußball nahezu alles unter. Bis er in der B-Jugend von Jens Keller, später für kurze Zeit Trainer der VfB-Profis, aussortiert wurde. Straub wechselte zum zweiten großen Klub der Landeshauptstadt, den Stuttgarter Kickers. Dort spielte Straub wieder, zog mit 16 Jahren sogar nach Stuttgart, um nicht mehr ständig zum Training pendeln zu müssen.

Doch als er mit der A-Jugend knapp den Aufstieg in die Bundesliga verpasste, geriet er ins Grübeln. Straub erinnert sich: „Ich hab’ mich in Stuttgart irgendwann einfach alleine gefühlt. Ich hatte kaum Freizeit mehr, und der Weg zu den Profis war doch noch weit weg. So bin ich dann in Nagold gelandet.“

Vom VfL Nagold wechselte Straub dann vor zwei Jahren wieder zum FC Rottenburg – und ist dort in kürzester Zeit zum Spielführer und einem der Schlüsselspieler aufgestiegen. Was macht den Betriebswirtschafts-Studenten für den FCR so wertvoll? Zum einen seine fußballerischen Fertigkeiten. Seine herausragende Technik, seine Gabe, Bälle klug zu verteilen und insbesondere sein strammer Schuss.

FCR-Trainer Erol Türkoglu schätzt aber auch eine andere Seite seines Kapitäns: „Björn ist trainingsfleißig und immer voll da“, sagt Türkoglu, „er hat bei uns Schlüsselaufgaben. Er soll Verantwortung übernehmen.“ Und dies mit 21 Jahren. Doch mit seinen zwei Jahren Erfahrung im Aktivenbereich gehört Straub im jungen FCR-Team fast schon zu den Routiniers. Dennoch mutet es etwas aberwitzig an, wenn ein 21-Jähriger (!) über seine Rolle als Kapitän sagt: „Ich will auch ein Vorbild für die jungen Spieler sein. Aber ich war eigentlich schon immer der Typ, der gerne voraus geht.“

Türkoglu erwartet von Straub, dass er irgendwann in der Lage ist, das Team zu führen und zu dirigieren. Doch dies müsse Straub sich erst noch erarbeiten. Noch nehme er zu viel auf sich und sei zu ruhig, erklärt Türkoglu: „Er versucht überall zu sein, dabei verfliegen manchmal seine Qualitäten. Er will oft zu viel!“

Straub entgegnet mit einem Augenzwinkern: „Ich will nicht zu viel, ich will nur nicht verlieren – das konnte ich nämlich noch nie gut.“ Mit dem FCR peilt Straub in diesem Jahr einen einstelligen Tabellenplatz an – fern von den Abstiegsängsten aus dem Vorjahr. Persönlich will er in den kommenden Jahren noch einmal den Sprung in eine höhere Liga schaffen.

Türkoglu traut es ihm zu: „Björns Qualitäten stehen außer Frage. Er wird seine Hörner noch abstoßen.“ Hinterhertrauern muss Straub seinem Entschluss vor drei Jahren übrigens nicht sonderlich: Von seinen Mitspielern in der Jugend beim VfB Stuttgart hat es bisher keiner in den Profifußball geschafft.

Archivbild: Ulmer

Vom Erstliga-Nachwuchs zum Landesliga-Kapitän

Der Begriff „Derby“ ist dehnbar: Ist das Spiel der Spvgg Mössingen gegen den FC Rottenburg (Sonntag, 15 Uhr) eins? „Klar ist es kein solches Derby wie gegen Nehren, das nur fünf Kilometer weit weg ist“, sagt Mössingens Spielertrainer Bernd Bauer. Etwa 17 Kilometer trennen Mössingen und Rottenburg. Aber immerhin: Beide Städte gehören politisch zum Kreis Tübingen, fußballerisch zum Bezirk Alb. Ergo: „Wir freuen uns auf das Spiel“, sagt Bauer, der trotz der zwei FCR-Niederlagen zum Saisonstart sagt: „Die sind nicht angeknockt. Rottenburg ist ein richtig harter Gegner“ FCR-Trainer Erol Türkoglu hat die Mössinger jüngst bei deren 1:0-Sieg in Tübingen beobachtet.

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31.08.2012, 12:00 Uhr

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