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Adel

Vom Playboy zum Fürsten

Albert II. von Monaco glänzt an seinem 60. Geburtstag in der Rolle des Landesvaters, die er nie hatte spielen wollen.

14.03.2018
  • PETER HEUSCH

Monaco. Blaublütig, reich, weltgewandt, sportlich: Als Kronprinz von Monaco war er nicht nur der begehrteste Junggeselle der Welt, er hat als solcher auch einen Langzeitrekord aufgestellt. Tatsächlich mochte sich Seine Durchlaucht Fürst Albert II. erst im reifen Alter von 53 Jahren dazu bequemen, in den Stand der Ehe einzutreten. Spitze Zungen sagen nach wie vor, dass der Schritt allein einem Herzenswunsch seiner knapp 7000 Untertanen geschuldet war.

Darauf, dass es der heute seinen 60. Geburtstag feiernde Prinz Albert II. von Monaco eines Tages mit der Popularität seines Vaters Rainier III. würde aufnehmen können, hätte kaum jemand gewettet. Umso größer die Überraschung nach seiner Krönung zum letzten absoluten Monarchen Europas im Sommer 2005. Innerhalb weniger Monate entpuppte sich der als schüchtern und unstet geltende „ewige Kronprinz“ als Fürst von Format, der seinen Zwergstaat mit Weitsicht regiert und nach außen hin als selbstbewusster Diplomat vertritt.

Seinen Job erledige er großartig, lautete rasch das Urteil der Monegassen. Doch blieb die Enttäuschung darüber, dass ihr Staatsoberhaupt Junggeselle war. Erst als er 2011 eine regelrechte Traumhochzeit mit der südamerikanischen Weltklasseschwimmerin Charlene Wittstock feierte, war die Welt für die Bewohner des Fürstentums wieder wirklich in Ordnung.

Seit Charlène vor Weihnachten 2014 die Zwillinge Gabriella und Jacques zur Welt brachte, scheint Albert in einer Rolle aufzugehen, die er eigentlich nie übernehmen wollte. „In einem anderen Leben“, so gestand er einmal, wäre er lieber Filmregisseur oder Lehrer geworden. Lange verweigerte er sich den väterlichen Erwartungen, übte sich dabei aber im Gegensatz zu seinen Schwestern Caroline und Stephanie in Diskretion. Zwar versuchte die Regenbogenpresse, ihn als Playboy abzustempeln. Jedoch blieben seine Affären – nach dem Amtsantritt erkannte Albert zwei uneheliche Kinder an – den Objektiven der Papparazzi verborgen.

Der Prinz baute in den USA einen exzellenten Abschluss seiner Politik- und Wirtschaftsstudien und sammelte Erfolge als Sportler. Der Segler, Schwimmer, Judoka und Tennisspieler nahm fünfmal als Bobfahrer an Olympischen Winterspielen teil und gehört seit 1985 dem Internationalen Olympischen Komitee an.

Als Fürst sieht Albert sich als Pflichtenmensch. Er kämpft gegen den Ruf des Steuerparadies Monacos als Geldwaschanlage von Offshore-Firmen. Das Spielcasino will er allerdings nicht schließen, schließlich soll sein Mini-Reich weiter davon profitieren, als eine Oase der Betuchten und Schönen zu gelten. Aber Albert ist es gelungen, Monaco als Veranstalter von Fachkongressen und Vorreiter in der Umweltforschung ein zweites Standbein zu verschaffen.

Fraglos ist der Umweltschutz, für den er sich seit den 1980er Jahren engagiert, Alberts größtes Anliegen geblieben. So ratifizierte er als erste Amtshandlung das Kyoto-Protokoll. 2006 fuhr er als erster Staatschef und im Hundeschlitten zum Nordpol, um die Öffentlichkeit auf die Eisschmelze aufmerksam zu machen.

Noch mehr freilich zählt in den Augen der Monegassen, dass Albert seine dynastischen Pflichten erfüllt und für einen Stammhalter gesorgt hat. Auch Charlène ist bei ihren Untertanen beliebt. Zumal sie einen historischen Kreis schließt: Wie Albert hat sie Piratenblut in den Adern: Der Gründer der Dynastie Grimaldi war der Seeräuber Franceso Grimaldi und unter den norddeutschen Vorfahren der Wittstocks findet sich ein Klaus Störtebeker.

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14.03.2018, 06:00 Uhr

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