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Landesausstellung

Vom Sein und Werden der Schwaben

Die Kuratoren Frank Lang und Olaf Siart blicken aus diversen Winkeln auf den hiesigen Menschenschlag.

12.10.2016
  • CLAUDIA REICHERTER

Stuttgart. . Der Eintritt ist „sicher günstiger als der für den Louvre“, die Ausstellung aber deshalb noch lange nicht billig gemacht. Und er sei für seine Arbeit durchaus angemessen bezahlt worden, beteuert Frank Lang, einer von zwei Kuratoren der Großen Landesausstellung „Die Schwaben. Zwischen Mythos und Marke“, die von 22. Oktober an im Württembergischen Landesmuseum in Stuttgart zu sehen ist. Darin setzt sich der Kulturwissenschaftler aus Vaihingen/Enz unter anderem mit dem Vorurteil der extremen Sparsamkeit des im Südwesten beheimateten Menschenschlags auseinander. „Ich wurde als gebürtiger Hesse sogar extra eingestellt, für den Außenblick“, fügt sein Kollege, der Kunsthistoriker Olaf Siart, gutgelaunt hinzu.

Dass das Thema gerade jetzt wichtig ist, steht für beide außer Frage: Die letzte große Schau über die Staufer sei fast 40 Jahre her. Und Fragen wie „Wo liegt Schwaben?“, „Wer ist Schwabe?“ und „Was ist typisch schwäbisch?“ interessierten weit über die Region hinaus. Die Antworten darauf verbinden Dialekt mit Dialektik, reichen von Spott bis Schiller, von der Kehrschaufel zum Kommissar Bienzle, von Lichtenstein zur Linsensuppe – und bringen den Spätzlesschwob mit dem Donauschwaben zusammen. Lang und Siart gehen von der These aus, Schwabe könne man nicht nur sein, sondern auch werden. Deshalb dehnen sie die Schau um partizipative und interaktive Elemente aus, auf Arbeiten von Mitgliedern des Deutsch- Türkischen Forums Stuttgart etwa. Die setzten sich unter Anleitung der schwäbisch-italienischen Künstlerin Gabriela Oberkofler mit der Frage „Wieviel Schwabe steckt in mir?“ auseinander. Was dabei rauskam, ist im Foyer des Alten Schlosses zu sehen.

Khedira ist für Kinder „super“

Das Kindermuseum „Junges Schloss“ rückt neben Kepler, Daimler und Margarete Steiff den in Stuttgart geborenen Ex-VfB-Kicker Sami Khedira als einen von „7 Super-Schwaben“ in den Fokus.

„Bei solch einem schillernden Begriff gibt es keine absolute Wahrheit“, sagt Siart zu den vor drei Jahren begonnenen Planungen. Es ergebe deshalb keinen Sinn, irgendein bestimmtes Schwabenbild vorauszusetzen. „Deshalb haben wir die Frage danach an den Anfang der Ausstellung gestellt.“ Da würden gleich viele Widersprüche offenbar.

Dazu umfasst die Ausstellung auf rund 1000 Quadratmetern einen sechsteiligen Epochenrundgang, bei dem die Kuratoren exemplarisch Konstanz, Augsburg, Ulm und Stuttgart sowie deren jeweilige Bedeutung für Schwaben von Sakral- und Goldschmiede- über Baukunst bis zum neuesten Porschemotor beleuchten. Derzeit richten sie zudem ein begehbares schwäbisches Sprachlabor im Schlossturm ein.

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12.10.2016, 06:00 Uhr

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