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Jubiläum

Von 400 auf 12000 Bücher

Die Sulzer Stadtbücherei besteht seit 70 Jahren. Alle vier bisherigen Leiterinnen waren Frauen. Das wichtigste Ziel ist seit jeher die Leseförderung.

17.03.2018
  • Cristina Priotto

Mit einem Bestand von 11931 Medien bietet die Stadtbücherei Sulz allen Lesefreudigen im 70. Jahr ihres Bestehens eine große Auswahl an Büchern. Hinzu kommt seit Juni 2015 die Möglichkeit, über den Onleihe-Verbund „SchwALbE“ mittlerweile auch 27947 E-Books auszuleihen.

Was den 1035 Nutzern, die die Bibliothek in der Bergstraße im vergangenen Jahr aufsuchten, heutzutage selbstverständlich erscheint, musste Ende der 1940er-Jahre erst mühsam auf den Weg gebracht werden.

Den Anfang nahm die Geschichte der Sulzer Stadtbücherei im Jahr 1946. Damals stand die Neckarstadt noch unter dem Einfluss der französischen Besatzung. Die Militärregierung bat die Verwaltung seinerzeit um „eine Aufstellung aller öffentlichen Bücherzugänge“. Die ernüchternde Antwort lautete: „Es gibt keine.“

Mehrere Umzüge

Noch im selben Jahr sowie 1947 erging ein Appell an die Bürger von Sulz und Umgebung, Bücher zur Gründung einer Bücherei zu spenden. Diesem Aufruf kamen die Sulzer trotz anderweitiger Sorgen in den Nachkriegsjahren rege nach. Mit einem Bestand von zunächst 400 Büchern konnte die „Volksbücherei Sulz“ im Jahr 1948 loslegen. Die erste Ausgabestelle für Literatur in der Neckarstadt befand sich in den Räumen des früheren Amtsgerichtsgebäudes, im Erdgeschoss des heutigen Rathauses. Geöffnet war die Bücherei zu Beginn dienstags- und freitagsabends für je eineinhalb Stunden. Elisabeth Kurz war erste Leiterin.

Bereits zwei Jahre nach der Eröffnung folgten gleich drei Veränderungen: Zum einen musste die Bibliothek in den zweiten Stock des damaligen Rathauses auf dem Marktplatz umziehen. Zudem löste Pauline Räuchle 1950 als Leiterin Elisabeth Kurz ab. Außerdem wurde eine Jahresgebühr eingeführt: Diese betrug 25 Pfennig.

Im Jahr 1954 wurden die Räume renoviert, was auch dem deutlichen Anstieg der Besucherzahlen geschuldet war.

Am heutigen Standort in der Bergstraße 37 befindet sich die Sulzer Bücherei – mit Unterbrechung – seit 1961. Der Umbau des Rathauses ab 1959 machte eine Verlegung der Einrichtung ins alte Schulhaus notwendig. Die Gebühr wurde auf 15 Pfennig gesenkt. Die Öffnungszeiten wurden damals erstmals ausgeweitet: Jugendliche durften an zwei Tagen jeweils eine Stunde lang Lesestoff ausleihen, Erwachsene zeitversetzt ebenfalls
– nun übrigens wieder gratis. Es gab jedoch eine Begrenzung auf maximal drei Bücher pro Person.

Der Bestand wuchs kontinuierlich: 1962 gab es 1450 Bände, ein Jahr später bereits 1625 Bücher, und 1982 konnte die Bibliothek 4603 Werke anbieten. Zu dieser Zeit gab es einen weiteren Wechsel: Ruth Trick übernahm im Jahr 1981 die Leitung.

Moderne Technik hielt erstmals im Jahr 2001 Einzug in die Räume mit dem historischen offenen Fachwerk in der Bergstraße: Im Zuge des Projekts „Schulen ans Netz“ bekam die Einrichtung zwei Computer mit Internetzugang. Eigens hierfür richtete Trick eine „Medienecke“ ein.

Karteikarten bis 2009

Als die heutige Leiterin Erika Mai im Jahr 2003 den Dienst antrat, verfügte die Stadtbücherei Sulz bereits über 11718 Bücher. Die Karteikarten blieben allerdings noch bis Juni 2009 erhalten, nachdem 2005 durch die Anschaffung eines weiteren Computers die elektronische Erfassung der vorhandenen Medien begonnen hatte. Seither gibt es den offenen Samstag jeweils zu Monatsbeginn.

Verstärkung bekam Mai erst nach zehn Jahren, als Birgit Hummel im Jahr 2013 hinzukam. Die beiden Frauen mussten damals, mit Unterstützung der Bauhofmitarbeiter, kräftig anpacken, denn wegen der Sanierung der alten Volksschule musste die Bibliothek vorübergehend von September an für zwei Jahre ins Interimsquartier in den zweiten Stock des alten Rathauses am Marktplatz umziehen. Dabei sortierte das Duo etwa 4000 alte Bücher aus.

Dafür erfolgte im Juni 2015 der Beitritt zum Onleihe-Verbund „SchwAlbE“, der Nutzern das kostenlose Herunterladen von mittlerweile 27947 E-Books auch von zu Hause aus ermöglicht.

Nach der Rückkehr in die alte Bergstraße dauerte es zwei Monate, bis ab November wieder die Ausleihe in den sanierten Räumen in der alten Volksschule möglich war. Seither gibt es auch ein Logo.

Bewährt haben sich zudem die auf 16,5 Wochenstunden erweiterten Öffnungszeiten montags und donnerstags sowie an jedem ersten Samstag im Monat – übrigens sehr oft auch in den Ferien.

Anlässlich des Jubiläums planen Erika Mai und Birgit Hummel statt eines großen Festes sechs Lesungen für Kinder, deren erste bei „Sulz blüht“ bereits stattfand.

Die Bücherei-Mitarbeiterinnen sind natürlich selbst leidenschaftliche Leserinnen und immer offen für Empfehlungen zu Neuanschaffungen. Dazu gehören neben gedruckten Büchern auch E-Books, Hörbücher, CDs und DVDs.

Leiterinnen seit 1948: Veranstaltungen:

Leiterinnen seit 1948:

1948 bis 1950: Elisabeth Kurz

1950 bis 1981: Pauline Räuchle

1981 bis 2003: Ruth Trick

seit 2003: Erika Mai

Veranstaltungen:

Mittwoch, 4. April:
Bilderbuchkino für Kinder (15 Uhr)

Mittwoch, 23. Mai:
Bilderbuchkino für Kinder (15 Uhr)

Mittwoch, 1. August:
Bilderbuchkino für Kinder und
Orimoto- Bastelstunde (14.30 Uhr)

Sonntag, 21. Oktober:
Musikalische Lesung zum
„Frederick-Tag“ (15 Uhr)

Mittwoch, 21. Dezember:
Lesung für Kinder (16 Uhr)

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17.03.2018, 01:00 Uhr

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