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Kommentar zu den großen Zielen der Volksrepublik

Von China lernen

Als Xi Jinping 2013 chinesischer Staatspräsident wurde, kündigte er an, bis 2020 die Armut in seinem Land zu beseitigen. Das hielten viele Ökonomen für möglich. Immerhin hatte es China schon in den 20 Jahren zuvor geschafft, die Armut drastisch zu senken.

06.03.2018
  • Felix Lee

Peking. Auf dem Parteikongress im Oktober kündigte Xi an, China bis 2035 zur führenden Industrienation zu machen, bis 2049 soll die Volksrepublik zur wohlhabendsten Nation aufsteigen. Das klingt nach Größenwahn. Doch dieser Anspruch ist nicht falsch. Seit Chinas Reformer Deng Xiaoping das riesige Land öffnete, gehört es für die Machthaber zum guten Ton, eine langfristige Vision zu entwickeln. Deng selbst war ein Meister darin. Seine Prognose, dass sein Land es binnen zwei Jahrzehnten mit den Industrieländern aufnehmen könnte, erfolgte in einer Zeit, als vier Fünftel der Bevölkerung nicht einmal ein Transistorradio besaß. Er hat Recht behalten.

Das mag noch kein Beleg dafür sein, dass auch Xi Erfolg hat. Doch darauf kommt es nicht an. Die chinesischen Staatslenker denken in langen Zeiträumen.Welcher deutsche Politiker kann das von sich behaupten? Vielmehr ist es in westlichen Demokratien normal geworden, dass Politiker sich an populistischen Moden orientieren als an einer langfristigen Leitlinie. China hat einen Plan, der Westen könnte von China lernen.

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06.03.2018, 06:00 Uhr

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