Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Von Goldener Bulle bis zum Karl-Comic
Eine Statue von Karl IV. in der Ausstellung. Foto: Daniel Karmann/dpa
Nürnberg

Von Goldener Bulle bis zum Karl-Comic

Die bayerisch-tschechische Landesausstellung in Nürnberg entführt ins 14. Jahrhundert.

19.10.2016
  • EPD

Nürnberg. Karl IV. hat vor sieben Jahrhunderten gelebt, doch die Wirkung des Kaisers des Heiligen Römischen Reiches ist im Jubiläumsjahr 2016 offensichtlich: Veranstaltungen, Kunst-Aktionen und allen voran die bayerisch-tschechische Landesausstellung machen die Bedeutung des 1316 in Prag geborenen Herrschers deutlich. Ab Donnerstag ist die Schau im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg zu sehen.

Karls Krönung 1355 in Rom bedeutete die Erneuerung des Kaisertums im Heiligen Römischen Reich. Die Goldene Bulle von 1356 wurde zu einer Art Reichsgrundgesetz und regelte für viereinhalb Jahrhunderte die Wahl des Römischen Königs durch die Kurfürsten. Die Landesausstellung zeigt die Nürnberger Version der Bulle, wo die ersten 23 Kapitel 1356 verabschiedet wurden.

Urkunden, Handschriften, Bilder, Reliquiare, Textilien und Kunstwerke stehen bereit. Selbst eine mumifizierte Ratte aus dem 14. Jahrhundert ist zu sehen, die Überträgerin der Pest im Mittelalter. In jedem Raum erwartet den Besucher ein Teilbereich des Lebens und Wirkens Karls IV., bis zum letzten Raum mit zeitgenössischen Karl-Darstellungen und dem Karl-Comic. Auch ein „Nürnberg-Eck“ ist eingerichtet. In Nürnberg ist man von Kaiser Karl ohnehin umzingelt. Mit ein Grund, weshalb der Verein der Stadtführer hier einen Rundgang zum Kaiser anbietet.

Nicht ausgespart werden seine dunkleren Seiten. „Nehmen Sie nur Hauptmarkt und Frauenkirche“, sagt Gästeführerin Margit Schmidt-Pickulicki. An der Stelle des Christkindlesmarkts war einst ein jüdisches Viertel. Da die Nürnberger sich einen eigenen Markt wünschten, wurde es dem Erdboden gleich gemacht. Über das Judenpogrom von 1349 wird gerade in Tschechien ungern gesprochen. Dass der Kaiser die Juden opferte, um sich die Gunst der Bürger zu sichern, ist ein trauriges Faktum. Wo die Frauenkirche steht, fand sich früher eine Synagoge, die ebenfalls den politischen Interessen Karls weichen musste.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

19.10.2016, 06:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball