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Von Kleinkindbeinen an
Die Schwestern Theresa, Livia und Madeleine Schmidt sowie Smilla Baldin (in der Mitte von links)stehen seit zehn Jahren im Theater am Torbogen auf der Bühne. Eingerahmt werden sie von den Leiterinnen des Theaters Talyssa Vanini (links) und Heidi Heusch (rechts). Bild: Bernhard
Kindertheater

Von Kleinkindbeinen an

Das Theater am Torbogen feierte am Sonntag sein zehnjähriges Bestehen. Vier junge Schauspielerinnen sind von Anfang an bis heute dabei.

15.11.2016
  • Dunja Bernhard

Mit dem „Hässlichen Entlein“ nach dem Märchen von Hans-Christian Andersen fing alles an. 24 Kinder spielten bei der ersten Aufführung am 25. November 2007 im Theater im Torbogen mit. Vier von ihnen stehen noch heute regelmäßig auf der Bühne in Ehingen: Madeleine Schmidt, die damals das hässliche Entlein spielte, ihre Schwestern Livia und Theresa sowie Smilla Baldin. Die drei mimten Küken. Immer wenn ein Kind im Text nicht weiter wusste, erzählte Heidi Heusch, die bis heute das Theater leitet, guckte Theresa unter dem Rock der Entenmutter hervor und soufflierte. „Sie konnte das ganze Stück auswendig.“

Das Zehnjährige feiert das Theater, weil die Probenarbeiten schon ein Jahr vor der ersten Aufführung begannen. Unter den Besuchern waren einige Ehemalige. Tom Späth spielte ebenfalls im ersten Stück mit. Der Oberndorfer erinnerte sich daran, dass Heidi Heusch ihn und drei weitere Kinder zu den Proben abholte. „Wir lagen dann im Kofferraum rum“, sagte er. Tom sei der einzige Junge gewesen, der sich damals traute, ein Mädchen zu spielen, erzählte Heusch. „Ich bin in der Hexengruppe, ich habe einen Rock“, habe er gesagt. Das schwerste an seiner Rolle sei gewesen, Wäsche mit Klammern aufzuhängen.

So manche Anekdote dürfte am Sonntag noch ausgetauscht worden sein. Heusch erzählte, wie sie als Kind zum Theaterspielen kam. 1946, im Nachkriegsdeutschland, gab es nicht viel, womit Kinder spielen konnten, sagte sie. Während die Eltern arbeiteten, war der Nachwuchs auf sich gestellt. „Das haben wir nicht bedauert“, sagte sie. Während die Stärkeren auf der Straße Völkerball spielten, begann sie mit den Schwächeren in einem Schuppen Theater zu spielen. „Wir träumten uns Königshäuser, reisten in fremde Länder und besiegten feuerspeiende Drachen.“ Einen Pfennig Eintritt nahmen die Laientheaterspieler. „Das war damals viel Geld.“ Manchmal haben sie einfach „Du wärst jetzt die Mutter und ich wär der Vater„ gespielt, erzählte Heusch. Das Theaterspielen habe die Kinder über die traurige Zeit gerettet. Die schwächlichen Kinder seien durch das Auftreten mutig und tapfer geworden. Was die Kinder damals ganz selbständig machten, hieße heute „psychodramatische Übungen“, sagte Heusch.

92 Kinder aus 27 Nationen besuchen derzeit die verschiedenen Gruppen des Theaters am Torbogen. In den zehn Jahren waren es insgesamt 142 Kinder und Jugendliche. Das Theater zeigte 41 Stücke in 62 Aufführungen. Die erfolgreichsten Inszenierungen waren „Der Löwe, der nicht schreiben kann“, „Emil und die Detektive“ und „Das Sams“. Es gab aber auch Flops, gestand Heusch. „Die haben wir dann nur einmal aufgeführt.“

Als Erinnerung an zehn Jahre Theater am Torbogen hatten sich Heidi Heusch und ihre junge Kollegin Talyssa Vanini etwas Besonderes ausgedacht: Ein Stickerbuch mit den Porträts von allen Kindern des Theaters. Acht Mütter haben dafür zwei Tage lang über 800 Fotosticker in Fünferpacks eingetütet. Die Päckchen konnten am Sonntag käuflich erworben werden.

Nach dem exklusiven Festakt öffnete das Theater am Nachmittag seine Türen für die Öffentlichkeit. Es gab Filme und Fotos der vergangenen zehn Jahre zu sehen, dazu Kaffee und Kuchen und einen Flohmarkt mit Sachen aus dem Theaterfundus.

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15.11.2016, 01:00 Uhr

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