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Tanz auf den Tischen

Von Rock bis Polka: Lumpenkapellen-Gipfel in Börstingen

Mit einem Pausen-losen Musik- und Showtanzprogramm feierte die Lumpenkapelle Beschdenger Baizakrageler am Freitagabend ihren zehnten Geburtstag in der Mehrzweckhalle.

15.02.2010
  • WALTHER PUZA

Börstingen. Trotz heftigen Schneetreibens fanden sie den Weg ins Neckartal hinunter und eröffneten das Lumpenkapellen-Treffen: die Kleinpariser Fleckahuper. Während das Schlagwerk zusammen mit dem großen käsegelben Sousaphon bereits auf der Bühne stand, marschierten die Bläser vom anderen Ende der Halle her ein.

Ein Ton dieser diagonalen Beschallung reichte aus, und alles in der Halle sprang von den Sitzen, um sich auf den schmalen Bierbänken in die erste Tanzposition zu bringen. Fetzig schallte „Highway to Hell“ durch den Raum. Ganz hymnenhaft spielten die Ergenzinger – so lassen sich die Kleinpariser auch bezeichnen – „Hier kommt Alex“ von den Ärzten. Nach „Dancing Queen“ schwenkte die Kapelle aber gekonnt um und lenkte das begeistert klatschende, pfeifende und gröhlende Publikum während eines böhmischen Traums zum Schunkeln.

Ein perfekter Anknüpfungspunkt für die Dettinger Lumpenkapelle „Nia-Net“. Denn auch die von ihnen gespielte Polka „Auf der Vogelwiese“ von Ernst Mosch hat wie die aus Böhmen längst den Weg in die hiesige Fasnet gefunden. So wie die Lumpenkapelle Schwalldorf steht auch die aus Dettingen eher für den klassischen Klang; mit deutschem Schlager heizte sie dem närrischen Volk ein. Und wenn auch keiner hier ein Jeck sein möchte, sangen die Schwäbisch-Alemannischen doch „Viva Colonia“ ziemlich laut mit.

Eine Armada aus Renfrizhausen

Das „Fliegerlied“ und das gesungene Motto für die kommende Fußballweltmeisterschaft „54, 74, 90, 2010“ taten das Übrige. So fiel es den Mühlener „Spätzündern“ – freilich erst später im Programm – dann nicht mehr schwer, das Publikum weiter an der Lumpenkapellenleine zu führen. Eine Note Samba gaben sie dem knallroten Gummiboot und fuhren auf einer gewaltigen Schlagwerkwelle durch das wogende Narrenmeer.

Nicht nass wurden dabei die neun Frauen und zwei Männer von der Narrengilde Göttelfingen. Tanzend verwandelten sie sich in Nixen und schwammen zuletzt mit synchronen Armbewegungen als Fischlein im Meer – „blub blub, blub blub.“ So entkamen sie einer Piraten-Armada, die sich aus Mühlheim-Renfrizhausen näherte. Über die Biertische tanzend eroberten sich die fünfzehn Piratenbräute die Bühne und offenbarten, womit einer auf hoher See heute so zu rechnen hat. Giftzwerge heißt die amüsant ausgeflippte Showtanzgruppe, die auf der niedrigen Bühne Mühe hatte, ihre Hebefiguren ohne Kopfstöße ans Plafond zu meistern.

Ein großartiges Geschenk hat sich die Börstinger Lumpenkapelle da gemacht, die selbst übrigens vor allem auf Rockmusik aus den 1980-ern und 1990-ern steht. War sie zu Anfang die Jugend der Musikkapelle Börstingen, die einfach mehr Fasnet machen wollte, besteht die Kapelle heute aus gestandenen Männern und Musikern. Ihren Zugpferden Peter Schacht und Thomas Koch dankten diese am Freitagabend ganz besonders.

Von Rock bis Polka: Lumpenkapellen-Gipfel in Börstingen
Die Kleinpariser Fleckahuper heizten höllisch ein und trieben das Publikum auf die Börstinger Biertische und -bänke. Bild: Groebe

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15.02.2010, 12:00 Uhr

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