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VON WERRA
Schweiz

Regie: Werner Schweizer
Mit: Hardy Krüger

- ab 0 Jahren

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24.11.2015
  • Kathrin Streckenbach

"Mein Leben war einfach nicht interessant genug, um darüber zu reden." Emma von Werra ist 80 Jahre alt, als sie dies sagt. Hinter ihr liegt eine Vergangenheit im Schatten des berühmten Bruders - Jagdflieger Franz von Werra, dem 1941 die spektakuläre Flucht aus englischer Kriegsgefangenschaft gelang. Sein Leben wurde von Roy Bakers verfilmt und kam 1957 unter dem Titel "Einer kam durch" in die deutschen Kinos.

Emmas Geschichte blieb dabei im Hintergrund. Bis der Schweizer Historiker Wilfried Meichtry, der ein Buch über die Geschwister geschrieben hat, gemeinsam mit Regisseur Werner Schweizer einen Dokumentarfilm drehte, der nun im Stuttgarter Kommunalen Kino zum ersten Mal in Deutschland gezeigt wurde.

Der Film erzählt die Geschichte hinter der Legende um Franz von Werra: 1915 wurden die beiden Geschwister von einem Ehepaar in Beuron bei Sigmaringen adoptiert, nachdem ihr Vater Baron Leo von Werra in den Ruin getrieben wurde. In Beuron wuchsen Franz und Emma in einer scheinbar glücklichen Familie auf. Erst viel später kam heraus, dass der Vater, Major Oswald Carl, Emma missbraucht hatte.

Mit "Von Werra" ist Werner Schweizer und Wilfried Meichtry eine sehr einfühlsame Dokumentation über das Leben der von Werras gelungen - mit wenigen kommentierenden Einschüben, mit wenig interpretierendem Drum herum: Die Dokumente und Zeugnisse sprechen für sich selbst. Dass ausgerechnet Hardy Krüger durch den Film führt, der den Franz von Werra in "Einer kam durch" spielte, war eigentlich eine gute Idee.

Was Hardy Krüger dann daraus macht, ist weniger gelungen: Der Schauspieler inszeniert sich selbst, redet zu viel von seiner eigenen Person. Und rechtfertigt völlig überflüssigerweise seine eigene Haltung im Deutschland zur Nazizeit, in einem Film, in dem es gar nicht um politische Schuldzuweisungen geht, sondern allein um menschliches Schicksal.

Auch etwas ungünstig umgesetzt: Die Charaktere der beiden von Werras werden im Film nur allein durch Briefe und die unzähligen Zeitzeugen, die Schweizer zu Wort kommen lässt, herausgearbeitet. Bei Franz gelingt das, Emma dagegen bleibt den ganzen Film über widersprüchlich. Ist ihre Person so schwer zu fassen? "Natürlich", meint Regisseur Werner Schweizer: "Emmas Leben ist so tragisch und auch so schockierend, dass wir vieles im Film nur andeuten konnten."

Mit dabei bei der Premiere in Stuttgart: Der Neffe Hans von Werra, der sich nach der Vorführung des Films mit Werner Schweizer und Wilfried Meichtry den Fragen des Publikums stellte.

Laut Hans von Werra gibt es in der tragischen Geschichte um das Geschwisterpaar eigentlich nur eine Sache, die unumstößlich ist: "Für mich ist Emma die wahre Heldin der Geschichte." Da bleibt nur noch ein zustimmendes Nicken im Publikum

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24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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