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Im Gespräch

Von Wind und Wasser inspiriert

Feng Shui entspringt Chinas taoistischer Harmonielehre und bedeutet schlicht Wind und Wasser. Mit dem Anspruch, die Geister beider Elemente geneigt zu machen und „blockierte Energien“ zum Fließen zu bringen, will die Lehre die Welt harmonisieren. Mit der Gestaltung von Geschäfts-, Wohn- und Lebensräumen verspricht sie gestressten Menschen Gesundheit und Firmen Unternehmenserfolg. Feng Shui veränderte auch das Leben von Elfi G. Pliester.

25.07.2014
  • TEXT: Bernd Ulrich Steinhilber | FOTOs: Unternehmen

Die in leitender Position tätige Bankkauffrau machte aus sich eine selbstständige Beraterin als „Wohlfühlexpertin“. Seit zwölf Jahren praktiziert sie in Reutlingen.
Von Yoga und asiatischen Kampfsportarten war sie schon fasziniert, bevor sie in einer Freiburger Privatbank und danach in einem international tätigen Unternehmen für das Kreditmanagement zuständig war. Nicht nur als Ausgleich für den nervenaufreibenden Beruf belegte sie Kurse in diesen asiatischen Künsten. Elfi Pliester war auf der Suche - und fand Feng Shui.

Im Herbst 1996 brachte sie eine Zeitungsanzeige mit dem chinesischen Großmeister Prof. Jes T. Y. Lim in Verbindung. Eine folgenreiche Begegnung: „Ich fühlte mich sofort davon angezogen.“ So sehr, dass die junge Elfi Pliester bei Lim eine Ausbildung begann und diese abschloss. 1999 hielt sie das Diplom als Feng-Shui-Beraterin in Händen und ließ dem Basisseminar, Aufbau- und Businessseminare, schließlich in der Schweiz Vertiefungsseminare folgen, nahm Radioästhesie und Farbenlehre dazu und machte sich im April 2000 als „Lebensraumberaterin“ selbstständig. Ein Beispiel dafür, dass sich östliche Philosophien gewinnbringend im Okzident anwenden lassen.

Pliester hielt Vorträge in Stuttgart, bei denen sie ihre ersten Kunden akquirierte: „Ich fühlte, das ist meine Berufung.“ Seitdem richtet sie ihren Kunden als „Wohlfühlexpertin“ Räume harmonisch ein, betätigt sich als Lebensberaterin, hält weiterhin Vorträge, lädt zu Seminaren und Workshops.

Dienstleister, Steuerberater, Ärzte, Einzelhändler: Der Kundenstamm ist breit gefächert. Was sie von Pliester erwarten, lässt sich in einem Satz zusammenfassen: „Die Menschen sollen sich in ihren Räumen wohlfühlen.“ Um herausfinden, welche offene oder auch versteckte Motivation sich hinter dem Auftrag verbirgt, beginnt Pliester ihre Arbeit stets mit einem gründlichen Interview. „Will der Klient mehr Umsatz erzielen oder hat er Probleme mit der Kundenbeziehung?“ Das muss deutlich herausgearbeitet werden.

Oder sie entdeckt in einem Ladengeschäft, dass sich die Kunden nur vorne aufhalten. Ist das der Fall, sieht die „Wohlfühlberaterin“ ihre Aufgabe darin, dafür zu sorgen, dass man „in den Raum hineingezogen“ wird und auch in den hinteren Bereichen gerne verweilen möchte. „Denn je länger sie drin sind, desto mehr Umsatz wird das Geschäft schließlich machen.“ Licht, Farben, Wasserspiele und Klänge sind die Mittel, die Pliester einsetzt. „Auch die Art, wie dekoriert wird, ist wichtig“, erklärt sie, „um den Kunden auf einem ganz bestimmten Pfade zu lenken.“

Auch Privatleuten garantiert Pliester „Wohlfühleffekte“, die sie mit Feng Shui und „traditionellen Gesetzen der Geomantie“, wie sie sagt, erzeugen könne. Feng Shui zeigt auf, dass Wohnungen unser Wesen widerspiegeln. „Womit wir uns umgeben, sind die Symbole unserer Vergangenheit, unseres Denkens, unserer Vorlieben und Träume.“ Es bestehe, erklärt sie, „eine Wechselwirkung zwischen uns und unserer Umgebung.“ Wer die Richtung seines Lebens ändern, Wünsche und Ziele verwirklichen wolle, sollte auch in seinem Zuhause und in seinem Unternehmen dafür die Weichen stellen.

Eine Stunde etwa lässt sich die „Wohlfühlexpertin“ Zeit, sich mit dem Ort vertraut zu machen. In ihrem Büro entwirft sie dann ein „Grundsystem“, in das auch die Geburtsdaten der Bewohner und des Auftraggebers einfließen. Dann wird gerechnet. Berücksichtigt wird dabei auch, wie das Haus in der Landschaft steht, ob Elektrosmog abzuwehren ist, ob sich Gewässer und Hauptverkehrsstraßen in der Nähe befinden.

In einem weiteren Schritt nimmt sich Pliester das Innere der Räume vor. „Jetzt geht es um die optimale Raumumgebung.“ Freilich muss sie dazu herausfinden, ob sich ihre Kunden mehr im Westen oder im Osten wohlfühlen und welche Farben sie bevorzugen.

Auf einem rund 30 Seiten umfassenden Exposé fasst Pliester schließlich ihre Ergebnisse zusammen, nach einem Arbeitsprozess, der etwa 14 Tagen gedauert hat. Das Wissen des Feng Shui, sagt Pliester, sei zwar ein altes, doch was bei ihrer Arbeit herauskomme, „ist ein modernes Ambiente“, das obendrein mit wenig finanziellem Auswand zu realisieren sei. „Man muss keine neuen Möbel kaufen und keine Wände herausreißen.“ Die gewünschten Effekte erziele sie oft schon durch eine andere Farbe, indem sie Möbel umstelle und kleineren Accessoires platziere.

Einmal Feng Shui, immer Feng Shui? Offenbar halten ihr die Kunde die Treue. Einer hat ihr schon den siebten Auftrag erteilt und die Reutlinger „Wohlfühlexpertin“ an Bekannte weiterempfohlen, nachdem er selbst Firma, Privathaus, das Haus der Mutter und Geschäft der Mutter nach den „traditionellen Gesetzen“ des Feng Shui hat einrichten lassen.

Von Wind und Wasser inspiriert

Von Wind und Wasser inspiriert
Elfi Pliester

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25.07.2014, 12:00 Uhr

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