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Von der Freiheit des Denkens
Cartoonist und Philosoph: Tomi Ungerer. Foto: dpa
Geburtstag

Von der Freiheit des Denkens

Tomi Ungerer wird 85 Jahre alt und legt ein humorvolles, philosophisches Buch vor: „Warum bin ich nicht du?“.

28.11.2016
  • EPD

Frankfurt. Tomi Ungerer gehört zu den wenigen Künstlern, die sowohl Erwachsene wie Kinder begeistern können. Zu seinem 85. Geburtstag an diesem Montag, 28. November, ist ein Buch im Diogenes Verlag erschienen, das die beiden Linien durch sein Werk zusammenführt: „Warum bin ich nicht du?“. Darin antwortet der in Straßburg geborene Ungerer auf philosophische Fragen von Kindern – und fasziniert durch subversiven Humor und die Freiheit des Denkens. Es entstand aus einer Kolumne des französischen und deutschen „Philosophie Magazins“. Kinder zwischen drei und zwölf Jahren fragen zum Beispiel „Warum gibt es Geld?“, „Was ist das: Zeit?“ oder „Kann man als Toter noch denken?“ Ungerers Antworten sind meist Geschichten, sie nehmen die Kinder ernst, auch auf die Gefahr der Überforderung hin. Viele der Antworten gelten eigentlich den Eltern, die nun auf die Fragen ihrer Kinder besser eingehen können.

Die Grundlinien des Philosophie-Buchs prägen Ungerers außerordentlich umfangreiches Werk: Auf der einen Seite schuf er wunderbar poetische, komische, auch freche Bilderbücher für Kinder, in denen die Unheimlichkeit des Lebens durchscheint. Andererseits zeichnete er Cartoons für Erwachsene, und selbst in den freundlicheren davon wird aus dem satirischen oft ein unbarmherziger Blick auf Menschen, die einander quälen.

Trotzdem ist Ungerer kein Sadist. Hinter diesen Zeichnungen steckt Verzweiflung und Trauer über die Selbstzerstörung des Menschen. Doch es finden sich auch Gegenbilder: „Das große Liederbuch“ etwa, an dem er fünf Jahre gearbeitet hat, vielleicht sein Hauptwerk. Es ist eine von vielen Zeichnungen begleitete Sammlung deutscher Volks- und Kinderlieder – eine Art rückwärtsgewandte Utopie einer noch heilen Welt, deren Motive er in seiner elsässischen Heimat gefunden hat. Ungerer hat aber auch das Lied „Ich hatt‘ einen Kameraden“ aufgenommen und mit Kreuzen eines Soldatenfriedhofs illustriert.

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28.11.2016, 06:00 Uhr

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