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Von der Hantel ans Mikro
„Wenn man singt, sollte man das auch live gut können“: der Gewichtheber Matthias Steiner. Foto: Foto:dpa
Showgeschäft

Von der Hantel ans Mikro

Der ehemalige Gewichtheber-Olympiasieger Matthias Steiner schult auf Gesang um. Für Schauspieler ist solch ein Wechsel gang und gäbe.

13.04.2017
  • DPA

Die Welt ist voller Multitalente, manchmal auch nur mutmaßlicher. Matthias Steiner zum Beispiel, vor neun Jahren Olympiasieger im Gewichtheben, verwandelt sich gerade in einen Schlagerstar. Morgen erscheint sein Album „Zurückgeliebt“. Heute ist er in der ZDF-Show „Willkommen bei Carmen Nebel“ zu sehen. Der frühere Leistungssportler ist nicht der erste, der den Beruf wechselt und das Musikgeschäft erobern will.

„So plötzlich mache ich gar nicht Musik“, sagt Steiner. Er sei mit Musik groß geworden, habe Akkordeon und Klavier gelernt. „Ich hab meinen ersten öffentlichen Auftritt in der Tat mit dem Klavier gehabt und nicht mit der Hantel.“

Musik habe ihn auch all die Jahre im Leistungssport begleitet, sagt Steiner. „Ich hab in der Zwischenzeit auch Vocalcoaching genommen, weil ich natürlich auch den Anspruch habe, wenn man singt, dann sollte man das auch live gut können.“

Mitunter fließend ist in erster Linie die Grenze zwischen Film- und Musikbranche. Es gebe sehr viele, die beide Bereiche abdecken, sagt Hans Schmucker, der Sprecher von GfK Entertainment in Baden-Baden. Beliebt seien derzeit Teenie-Stars wie Lina Larissa Strahl („Bibi & Tina“) und Martina Stoessel („Violetta“).

In der Tat: Gefühlt jeder zweite Schauspieler hat inzwischen eine Gesangskarriere laufen Jüngst Matthias Schweighöfer, davor auch Tom Schilling und „Tatort“-Stars wie Ulrich Tukur, Jan Josef Liefers und Axel Prahl. Fernseh-Star Anna Loos ist auch Frontfrau der Rockband Silly..

Das überragende Beispiel für einen Genrewechsel ist im deutschsprachigen Raum wohl Herbert Grönemeyer. Er war mit dem Film „Das Boot“ bekannt geworden und landete dann viele Hits („Bochum“, „Mensch“).

International gibt es unzählige Stars, die sowohl schauspielern als auch singen, etwa Johnny Depp mit der Band Hollywood Vampires. Oft müssen Schauspieler auch einfach in Musikfilmen ihr Talent unter Beweis stellen. Zum Beispiel Emma Stone und Ryan Gosling in „La La Land“, Anne Hathaway und Hugh Jackman in „Les Misérables“ und Nicole Kidman und Ewan McGregor in „Moulin Rouge“.

Der Marktforscher Schmucker sagt: „Viele Darsteller haben den Anspruch, sich parallel zu ihren Film- und Fernsehrollen anderweitig kreativ zu entwickeln.“ Manche seien auch erst Musiker gewesen und dann Schauspieler geworden.

Sportler tauchen dagegen eher seltener in den Deutschen Charts auf, berichtet GfK Entertainment. „Ihre musikalischen Erfolge bleiben meist auf einmalige Aktionen beschränkt.“ Schmucker nennt die Fußballer Franz Beckenbauer, Dante und Lukas Podolski. Eine Ausnahme bilden Schlagerkünstler wie der frühere Skirennläufer Hansi Hinterseer, der Ex-Leichtathlet Martin Lauer oder Hans-Jürgen Bäumler, ehemals Eiskunstläufer. Sie hatten „nach ihrer Sportlerlaufbahn eine durchaus ertragreiche Zweitkarriere“.

Der Kölner Kommunikationswissenschaftler Thomas Schierl, Herausgeber des Buchs „Prominenz in den Medien. Zur Genese und Verwertung von Prominenten in Sport, Wirtschaft und Kultur“, sagt: „Das ist kein neues Phänomen, dass jemand von einem Betätigungsfeld in ein anderes wechselt. Sportler gab es schon viele, denken Sie nur an Johnny Weissmüller, Arnold Schwarzenegger, Bud Spencer, Dwayne Johnson oder Jason Statham, die zu Filmstars wurden.“

Unauffälliger Wechsel zu Medien

Was sich geändert habe, seien die Vielzahl und der Variantenreichtum, sagt Schierl. „Es gibt Fälle, wo das nicht ganz so auffällig ist, etwa wenn Sportler in die Medien wechseln, als Experte oder Journalist. Dabei geht es ja oft darum, dass etwas von deren Glanz und Prominenz auf die Sendung oder Übertragung strahlt.“

Schierl, Professor an der Sporthochschule Köln, findet das Phänomen gerade unter Sportlern einfach erklärbar: „Die haben nur ein sehr beschränktes Zeitfenster, in dem sie Geld verdienen können.“ Gregor Tholl, dpa

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13.04.2017, 06:00 Uhr

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