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Zu wenig innovativ

Von der Idee zum Produkt: Landesregierung unterstützt Firmen

Wer spitze ist, will an der Spitze bleiben. Doch bei Firmen im Land schwindet die Innovationskraft. Ein 20-Punkte-Programm soll kleineren und mittleren Unternehmen helfen, Ideen marktreif zu machen.

21.11.2015
  • THOMAS VEITINGER

Stuttgart Ein Problem deutscher Unternehmen ist: Super im Erfinden, aber beim Geldverdienen hapert's manchmal. Oft kommen Ingenieuren hierzulande gute Ideen - aus denen aber Firmen auf anderen Kontinenten begehrte Produkte schaffen und damit Geld scheffeln. Die Landesregierung will sich damit nicht abfinden. "Die Entwicklung neuer Technologien ist nur der erste Schritt auf dem Weg zur erfolgreichen Innovation", erkennt Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD). Marktfähige Produkte und Verfahren müssten folgen. Dazu brauche es einen gut funktionierenden Technologietransfer. Ein gestern vorgestelltes 20-Punkte-Programm soll dabei helfen.

Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben des Landes sind an den Umsetzungsdefiziten laut Schmid zumindest nicht schuld. Von 2011 bis 2015 wurde mit 354 Millionen Euro fast doppelt so viel für wirtschaftsnahe Forschung ausgegeben wie in den Jahren zuvor. Damit liege der Südwesten deutlich vor Bayern, rechnet der Minister vor. Baden-Württemberg unterstütze etwa Technologietransfer-Manager bei Kammern und Wirtschaftsförderern, die die wichtigen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) bei Innovationsvorhaben unterstützen.

Das ist auch notwendig, denn die Innovationsintensität nimmt bei KMUs ab, stellt das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in einer Erhebung im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums fest. Während Großunternehmen ihr Innovationsbudget von 1995 bis 2013 um 214 Prozent gesteigert haben, schafften dies kleinere Firmen nur um 34 Prozent. Zwar investieren Unternehmen aus Deutschland europaweit am meisten in Forschung und Entwicklung. Doch auch andere Staaten wie die USA, China und Schwellenländer legen sich ins Zeug. Zudem werden Innovationszyklen und die Zeit, bis ein Produkt auf dem Markt sein sollte, immer kürzer.

Nur ein Fünftel der Unternehmen kooperieren mit Forschungseinrichtungen, wundert sich Professor Hugo Hämmerle von der Innovationsallianz Baden-Württemberg. Im Alltag glaubten viele Unternehmen nicht in der Lage zu sein, einen Helfer zu suchen. "Es gibt eine Schwellenangst. Diese ist aber bei jüngeren Unternehmern weniger da, die oft bereits Kontakt zu Hochschulen hatten", sagt der Biologe Hämmerle. Ein Ziel sei es, jedes dritte kleine und mittlere Unternehmen im Land dazu zu bringen, sich Hilfe von Forschungseinrichtungen zu holen. "Allerdings", schränkt Professor Michael Auer ein, "sind einige Unternehmen von ihrem Geschäftsmodell gar nicht geeignet." Lohnfertiger oder Stuckateure entwickelten meist keine neuen Technologien, sagt der Chef der Steinbeis-Stiftung für Wirtschaftsförderung.

Für die Stärkung des Technologietransfers werden vom Wirtschaftsministerium in den kommenden fünf Jahren etwa 120 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, ein Sechstel davon für wirtschaftsnahe Forschungsinfrastruktur.

Für den Präsident des Baden-Württembergischen Handwerkstag Rainer Reichhold sollte denjenigen geholfen werden, die sonst vom Innovationsprozess abhängt werden - vor allem KMU. Laut Reichhold müssen Möglichkeiten aktiviert und Exportpotenziale voll ausgeschöpft werden. "Es gilt auch, Unternehmen bei ihrer Patentstrategie zu helfen", ergänzt Minister Schmid. "Das können sich Kleinere oft nicht leisten."

Von der Idee zum Produkt: Landesregierung unterstützt Firmen
Akkutest: Karlsruher Forscher untersuchen, was genau in einer wiederaufladbaren Batterie abläuft. Foto: KIT / Markus Breig

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21.11.2015, 12:00 Uhr

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