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Südwest-Maschinenbauer sehen gute Chancen auf dem US-Markt

"Voneinander lernen"

In wenigen Wochen öffnet die "Hannover Messe". Partnerland sind die USA. Die Maschinenbauer im Land hoffen auf weitere Impulse für ihr Geschäft, sagt VDMA-Landesgeschäftsführer Dietrich Birk.

02.04.2016
  • KAREN EMLER

Auf der "Hannover Messe", die am 24. April beginnt, werden die USA als Partner eine große Rolle spielen. Wie wichtig ist dieser Markt für die Maschinenbauer im Land?

DIETRICH BIRK: Mit etwa 13 Prozent Anteil an den Gesamtexporten sind die USA Exportmarkt Nummer eins für den baden-württembergischen Maschinenbau. Bundesweit wurden in 2015 Maschinen und Anlagen für 16,8 Mrd. EUR in die USA geliefert, allein aus Baden-Württemberg im Wert von 4,4 Mrd. EUR.

Was wird dorthin geliefert?

BIRK: Auf Ebene der Fachzweige des Maschinenbaus sind die Ausfuhren in die USA sehr breit gestreut. Den größten Anteil mit 8,6 Prozent für das Jahr 2015 hat die Antriebstechnik, gefolgt von der Fördertechnik mit 6,7 und den Bau- und Baustoffmaschinen mit 6,2 Prozent.

Wie sehen die Erwartungen der Baden-Württemberger aus für 2016 - für den Gesamtmarkt?

BIRK: Der Maschinenbau in Baden-Württemberg ist derzeit in guter Verfassung. 2015 verlief besser als zunächst erwartet, bei Auftragseingang, Umsatz und der Produktion liegt der baden-württembergische Maschinenbau klar im Plus gegenüber 2014. Allerdings war im letzten Quartal 2015 bereits ein Nachlassen bei den Auftragseingängen zu spüren. Auch das erste Quartal 2016 läuft derzeit schwächer als das im Vorjahreszeitraum. Dennoch sind die Unternehmen für 2016 trotz volatiler Märkte und weltweiter Krisenherde insgesamt positiv gestimmt und erwarten für dieses Jahr keine nachlassende Dynamik.

Was macht der Branche Sorgen?

BIRK: Allgemein sind es vor allem die weltweite Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in Schwellenländern und China sowie ein rückläufiges Geschäft in Europa und im Inland. Das könnte für 2016 zu einer Herausforderung werden. Die geopolitischen Probleme in vielen Ländern bremsen das notwendige Vertrauen für Investitionen und belasten den Außenhandel.

Wie steht es mit den USA?

BIRK: Das USA-Geschäft läuft für den baden-württembergischen Maschinenbau bereits gut. Das Freihandelsabkommen TTIP zwischen den USA und der EU könnte dem Handel weiteren Schwung verleihen und den Welthandel beleben.

TTIP ist aber höchst umstritten, selbst bei Unternehmern. Wieso?

BIRK: Das TTIP-Abkommen, das für die baden-württembergische Wirtschaft grundlegende Vorteile wie weniger Zölle und Bürokratie sowie den Abbau technischer Handelsbarrieren mit sich bringt, steht wegen Intransparenz und vermeintlicher Absenkung diverser Standards in der Kritik. In den Unternehmen wird derzeit vor allem der Investorenschutz diskutiert. Dieser Unsicherheit in der Öffentlichkeit, aber auch in den Unternehmen muss man offen gegenübertreten und deutlich die Chancen von TTIP kommunizieren. Ein gut ausgehandeltes Abkommen ist ein Signal für Liberalisierung und Marktwirtschaft und für den baden-württembergischen Maschinenbau ein Katalysator auf diesem wichtigen Auslandsmarkt.

Was haben die US-Maschinenbauer zu bieten, was im Südwesten fehlt?

BIRK: Die USA haben mit ihrem Trend zur Re-Industriealisierung dem Maschinenbau hierzulande große Marktpotenziale eröffnet. Zugleich haben sich die USA durch das Integrieren aktuellster Standards in der Automation, der Robotik oder im Shopfloor-Management in die Produktion als Wettbewerber etabliert. An das US-Geschäft können die Unternehmen aus Deutschland dennoch selbstbewusst und optimistisch herangehen.

Inwiefern?

BIRK: Deutschland und die USA können nicht nur miteinander Handel treiben, sondern auch voneinander lernen. Das deutsche Ausbildungssystem etwa ist hochgeschätzt in den USA. Deutschland hingegen kann sich etwas vom amerikanischen Mut zum Unternehmertum abschauen. Die besondere Kraft der US-Firmen liegt in der virtuellen Welt. Konzerne wie Google oder Facebook beschäftigen sich mit visionären Ideen, die auf ihrem Know-how im Bereich IT aufbauen. Brauchen diese Unternehmen für ihre Produkte und Geschäftsmodelle einen industriellen Partner, kann Deutschland seine Stärken in der Verknüpfung von virtueller und dinglicher Welt voll ausspielen.

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02.04.2016, 06:00 Uhr

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