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Vor Falken nehmen Tauben Reißaus
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Vergrämung

Vor Falken nehmen Tauben Reißaus

Experten setzen Greife an Kliniken gezielt gegen unbeliebte Vögel ein.

11.04.2017
  • CAROLINE HOLOWIECKI

Stuttgart. Stadttauben picken im Abfall und im Café in Speiseresten, besudeln mit ihrem Kot ganze Häuserfassaden und sollen auch Krankheitserreger oder Milben übertragen können. Um die 10 000 Exemplare, schätzt Silvie Brucklacher-Gunzenhäußer vom Tierschutzvereinsprojekt „Stadttauben Stuttgart“, haben sich in der Stuttgarter City breitgemacht. Vielerorts geht man aber mittlerweile gegen die Vögel vor – und zwar mit Vögeln.

Rund ums Katharinen- und ums Olgahospital ist ein Falkner im Einsatz. Laut der Kliniken-Sprecherin Ulrike Fischer bringt der Experte ein- bis zweimal pro Monat ein, zwei Falken mit, und die reine Anwesenheit der gefiederten Jäger reiche, um die Tauben zu vertreiben. Ulrike Fischer sieht einen Erfolg: „Das hilft schon.“ Die Tauben-Population habe in der Vergangenheit überhand genommen.

Auch andere Vogelflüsterer werden rege gebucht. Vanessa Müller von der Falknerei Garuda aus Weil im Schönbuch wird vor allem von Firmenbesitzern angefragt, „es hat sich herumgesprochen, dass es funktioniert“. Zwar verjagen die Greifvögel die Tauben in der Regel mit ihrer reinen Präsenz, aber und an müsse aber auch ein Beutetier dran glauben. „Das ist rotes, fettfreies Fleisch. Das ist für die Raubvögel wie Schokolade“, sagt Müller.

Auch anderswo wird man im Kampf gegen die Plagegeister kreativ. Am Stuttgarter Flughafen werden Parkhäuser mit Raubvogel-Schreien vom Band beschallt, erklärt die Sprecherin Beate Schleicher, auf dem Rollfeld wiederum sind ein Tierkollisionsmanager und eine externe Firma tätig, unter anderem mit Knallgeräuschen. Die Stadtverwaltung Stuttgart wiederum setzt auf traditionelle Methoden. So sind seit 2008 gemeinsam mit „Stadttauben Stuttgart“ mehr als 13 000 Eier in Taubenschlägen gegen Attrappen ausgetauscht worden, erklärt Stefan Kinkelin, der Fachbereichsleiter beim Amt für öffentliche Ordnung.

Silvie Brucklacher-Gunzenhäußer von „Stadttauben Stuttgart“ hält von der Vergrämung durch Greifvögel nichts. „Tauben sind standorttreu und wollen wieder zurück. Dann fliegen sie zum Nachbarhaus“, erklärt sie.

Mehr noch: Der Falkner am Klinikum habe der Initiative einen Bärendienst erwiesen, denn er und seine Greifvögel hätten zahlreiche Tauben aus dem großen Schlag an der Universität, wo sie gezielt gefüttert, die Eier getauscht und ihre Hinterlassenschaften entsorgt werden, vertrieben. Und auch der Aalener Falkner Volker Roth ist der Meinung, die Methode „bringt generell nichts. Nur eine Geldmacherei“. Caroline Holowiecki

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11.04.2017, 06:00 Uhr

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