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Hitzeball über dem Sinai

Vor dem Absturz ungewöhnliche Geräusche

Untypische Geräusche an Bord vor dem Absturz, angeblich ein Hitzeball auf Satellitenbildern: Was geschah an Bord des russischen Unglücksfliegers?

04.11.2015
  • DPA

Kairo Beim Absturz des russischen Passagierfliegers über Ägypten sind der Agentur Interfax zufolge an Bord "ungewöhnliche Geräusche" aufgezeichnet worden. Sie berief sich auf informierte Kreise in Kairo. Dort werden nach dem Absturz, bei dem 224 Menschen starben, die Flugschreiber ausgewertet.

"Vor dem Moment des Verschwindens der Maschine von den Radarschirmen sind Geräusche aufgezeichnet worden, die nicht charakteristisch sind für einen normalen Flug", zitierte Interfax den Gesprächspartner. Kurz zuvor habe es noch normale Gespräche zwischen Piloten und Lotsen gegeben ohne Hinweise auf Unregelmäßigkeiten.

Die Rumpfteile auf der Sinai-Halbinsel weisen russischen Angaben zufolge keine Beschädigung von außen auf. Auch US-Experten hatten nach der Analyse von Satellitenfotos Medienberichten zufolge ausgeschlossen, dass die Maschine abgeschossen worden sein könnte.

US-Satelliten hätten zum Zeitpunkt des Absturzes einen Hitzeball über dem Sinai verzeichnet, berichteten die TV-Sender CBS und NBC. Es gebe aber keine Hinweise auf einen Abschuss durch eine Rakete.

Nach Angaben russischer Behörden ist der A 321 bereits in der Luft zerbrochen. Das Flugunternehmen Kolavia schloss einen technischen Defekt an der mehr als 18 Jahre alten Maschine aus. Sie war auf dem Flug von Scharm el Scheich nach St. Petersburg.

Russische Medien berichteten, dass an der Absturzstelle "Teile" gefunden worden seien, die weder dem Flugzeug noch dem Gepäck zuzuordnen seien. Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigte das nicht. "Es gibt keine neuen Erkenntnisse auf der Suche nach dem Absturzgrund", sagte der Vertraute von Präsident Wladimir Putin.

Peskow kritisierte Berichte scharf, wonach ein möglicher Anschlag auf das Flugzeug mit russischen Luftangriffen auf Ziele in Syrien zusammenhängen könnte. Spekulationen über einen eventuellen Vergeltungsschlag etwa durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) seien zum jetzigen Zeitpunkt "völlig unangebracht".

Der Absturz ist das schwerste Unglück in Russlands Luftfahrtgeschichte. Der Zivilschutz brachte die sterblichen Überreste weiterer Opfer nach Russland. Eine Iljuschin Il-76 landete gestern früh auf einem abgesperrten Bereich des St. Petersburger Flughafens Pulkowo.

"Wir werden diese Arbeit täglich machen, bis alle Toten und ihre Habseligkeiten herausgeholt worden sind", sagte Vize-Katastrophenschutzminister Wladimir Stepanow der Agentur Tass. Behördensprecher Alexej Smirnow zufolge wurden bisher etwa 140 Leichen nach St. Petersburg gebracht.

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04.11.2015, 12:00 Uhr

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