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Vor dem „Mummenschanz“ gerettet
Dieses historische Bild zeigt Empfinger um 1960 am Fuße des Hohenzollern in ihrer Volkstracht mit Jugend- und Kindertracht. Rechts die Jungfrauentracht mit Miederleibchen im samtenen Stoff. Von links nach rechts sind zu sehen: Anna Beuter, Otto Beuter, Anna Brändle, Reinhard Brändle, Hans-Georg Walter, Gertrud Peetz, Maria Walter, Karl Walter, in der Jungfrauentracht Emma Siegele, geborene Brändle, und Rosa Walter. Gerne schmückte man sich in Empfingen mit der Zollernburg als Werbung für das heimische Brauchtum.Privatbild
Brauchtum

Vor dem „Mummenschanz“ gerettet

Ein Blick in die Geschichte der Empfinger Trachtengruppe zeigt gelebte Tradition, die zum 60-jährigen Bestehen mit Gautrachtentreffen und großem Festumzug am Sonntag auf den Straßen sichtbar wird.

04.10.2018
  • Klaus Warnke

Die Verantwortlichen trieb vor der Gründung der Trachtengruppe vor allem der Wunsch, „die noch spärlich erhaltenen Trachtenstücke dem Mummenschanz zu entziehen“. So wurde es im Schriftführerbuch der Narrenzunft festgehalten, weiß Klaus Warnke. Im Herbst 1957 fasste der Vorstand den Entschluss, das Vorhaben in die Tat umzusetzen. Die wenigen erhaltenen Originalteile wurden vor dem närrischen Treiben in Sicherheit gebracht. Streng nach der Originalkleidung wurden neue Teile angefertigt. Anfang 1958ließ sich die Trachtengruppe Empfingen als Untergruppierung der Narrenzunft ins Vereinsregister eintragen, um dann eine Trachtentanzgruppe aus der Taufe zu heben. Der Trachtengau Schwarzwald nahm den neuen Verein auf. Im Folgejahr bildete sich eine Trachtenkapelle unter der Leitung des Volksmusikers Adalbert Deuringer. Heute gilt die Kapelle als eine der wichtigsten Säulen in der Vereinsarbeit der Kulturgemeinschaft Empfingen.

Die Musiker sind rund um das Jahr gefordert – an der Fasnet als „Zottla-Kapell“ und in den Sommermonaten als Trachten- und Unterhaltungskapelle. Wechselvolle Zeiten waren die 1970er- und 1980er-Jahre, in denen die Gruppe immer wieder wuchs und schrumpfte. Trotz Nachwuchsproblemen war es den verbliebenen Trachtenträgern möglich, immer noch zusammen mit der Trachtenkapelle die Festumzüge zu begleiten. Eine aktive Kindergruppe hingegen war immer präsent. Seit rund zehn Jahren präsentiert sich die Tanzgruppe wieder mit einigen Paaren und tritt bei verschiedenen Feiern mit der Trachtenkapelle auf. Nach dem Bau des Zunftheims 1989 stand endlich ein eigener Proberaum zur Verfügung. Gleichzeitig erhielt der Verein dringend notwendigen Stauraum.

1973 schlossen sich die Empfinger Trachtler mit den Tanzgruppen aus Dettingen, Felldorf, Kiebingen und Hirrlingen zum „Fünferring“ zusammen. Im jährlichen Turnus ist man seither zu Gast bei einem der fünf Vereine.

Seit 1985 pflegen die Trachtengruppe und –kapelle auch rege Auslandskontakte nach Drágsèl-Miske (Ungarn), La Roche Blanche (Frankreich) und Tomaszow-Lubelski (Polen). Das erste Gautrachtentreffen richtete Empfingen 1964 aus. Weitere folgten aus Anlass des Frühlingsfests an den langen Wochenenden von Christi Himmelfahrt 1985, 1998, 2002 und zuletzt 2014.

Festprogramm zum 60-Jahr-Jubiläum

Die Trachtengruppe Empfingen feiert von Freitag, 5. bis zum Sonntag, 7. Oktober, ihr 60-jähriges Bestehen. Das Festprogramm eröffnen Peter Schad und seine Oberschwäbischen Dorfmusikanten am Freitag in der Täleseehalle um 20 Uhr. Ebenfalls in der Tälesee-Halle tritt am Samstag um 19.30 Uhr unter dem Motto „Schwäbisch gschwätzt, xonga, gspielt ond glacht“ die „Schwoba Komede“ auf mit Markus Zipperle, den Bronnweiler Weibern, Wulf Wager und der Spundlochmusig. Den Höhepunkt bildet das Gautrachtentreffen am Sonntag, das um 9 Uhr in der St. Georgskirche mit einem Gottesdienst beginnt, musikalisch begleitet durch die Trachtenkapelle Empfingen. Ab 11.30 Uhr wird ein Mittagstisch in der Tälesee-Halle angeboten. Um 13.30 Uhr startet der große Festumzug mit 44 Gruppen aus ganz Baden-Württemberg, der von der Friedhofstraße über die Horber- und Haigerlocherstraße bis zur Tälesee-Halle zieht. Dort wechseln sich Trachtentänze und Musik ab.

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04.10.2018, 01:00 Uhr

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