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Kommentar

Vor einem Machtkampf

CSU-Titan Franz-Josef Strauß schaffte es nicht. Auch Edmund Stoiber scheiterte daran – Männer, die in der Partei umso inbrünstiger gelobt werden, je länger ihr politisches Wirken vorbei ist. Keine der CSU-Größen war in der Lage, die eigene Nachfolge vernünftig zu regeln.

18.10.2016

Von PATRICK GUYTON

Was ist da mit Horst Seehofer? Seit Jahren schon spielt der bayerische Ministerpräsident lustvoll mit dem Thema, welcher der Kronprinzen und -prinzessinnen ihm zu welchem Zeitpunkt in den Ämtern des Parteivorsitzenden und des bayerischen Ministerpräsidenten folgen wird. Seehofer hat schon so ziemlich alles einmal gesagt und auch das Gegenteil davon. Auf fast zwanghaft anmutende Weise befeuert er Spekulationen, um sich solche danach zu verbitten.

Doch nun muss in einem halben Jahr entschieden werden, das sieht Horst Seehofer richtig. Dann kommt der Sommer und anschließend die Bundestagswahl im Herbst. Eines ist klar: Seehofer will Markus Söder, den Haudrauf in allen Gassen, mit allen Mitteln verhindern. Er macht das vergiftete Angebot, Parteichef und Mitglied im Berliner Kabinett zu werden – wohl wissend, dass Söder vor allem an die Spitze und in die Münchner Staatskanzlei ziehen will. Doch die personellen Alternativen zu dem Franken hat Seehofer nicht aufgebaut, er hat sie im Gegenteil oft gedeckelt wie etwa Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner.

Wenn er nicht noch einmal eine Drehung hinlegt, dann steht ein offener Machtkampf zwischen ihm und Söder bevor, es könnte zu Kampfkandidaturen kommen. Und es würde sich zeigen, welche Macht ein Parteichef und ein Ministerpräsident auf Abruf wirklich noch besitzt.

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Erstellt:
18. Oktober 2016, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
18. Oktober 2016, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 18. Oktober 2016, 06:00 Uhr

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