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Vorfahren ein stückweit lebendig gehalten
Schon seit 30 Jahren kümmern sich Elfriede und Horst Bruns um das Thema Ahnenforschung. Die nächsten Vorhaben hat das Paar, das in Bälde seine Diamantene Hochzeit feiert, bereits in Planung. Das Bild zeigt die Beiden mit Ortsvorsteher Thomas Staubitzer, der ihr Engagement vor dem Ortschaftsrat würdigte. Bild: Weber
Ahnenforschung

Vorfahren ein stückweit lebendig gehalten

599 Seiten umfasst das „Ortssippenbuch Talheim 1700 bis 1900“, das die Familienforscher Elfriede und Horst Bruns ehrenamtlich verfasst haben.

19.12.2016
  • Gabriele Weber

Das Buch der Ortschaft, die als Talheim 782 erstmals urkundlich erwähnt wurde, ist das zwölfte Buch seit 1990 der Eheleute Bruns mit dem Index nach den Familiennamen. Sie haben in zweieinhalb Jahre historische Unterlagen ausgewertet und daraus die Familien von Ober- und Untertalheim rekonstruiert. Beispielsweise können eines alle: Herrenberger Ortsteile ihr Eigen nennen, erzählen die beiden seit 1992 in Talheim lebenden Autoren. Zuvor residierte das Paar, bei dem in Bälde auch die Diamantene Hochzeit ansteht, sie 21 Jahre Haslach, davor Hamburg.

Freude vor knapp sechs Jahren

Bereits im Mai 2010 herrschte in Talheim große Zustimmung und Vorfreude beim Ortschaftsrat auf der Ankündigung des Paares hin, dieses Projekt in Angriff zu nehmen. Damals waren bereits die Familien Walz, Müller und Weber erkundet. Ortsvorsteher Thomas Staubitzer dankte den beiden Familienforschern vergangenen Donnerstag im Rahmen der Ortschaftsratssitzung im Namen der Bürgerschaft für ihren Einsatz und überreichte Blumen, Wein und Geldgeschenk. Staubitzer: „Es ist ein beeindruckendes historisches Werk für Talheim, das uns um einiges reicher macht.“ In der Ortschaftsverwaltung kann es eingesehen werden. Das Buch ist als Band 113 der württembergischen Ortssippenbücher registriert in der Reihe Deutscher Ortssippenbücher, herausgegeben von der Zentralstelle für Personen- und Familiengeschichte, Frankfurt/Höchst.

Ahnenforscher Horst Bruns (85) meinte: „Ich habe seit 30 Jahren im Ruhestand noch keine Langeweile gehabt – dank dieser Bücher“, vom „Spaß an der Sache“ ganz zu schweigen. Dank einer Frau aus Gärtringen konnten die Eheleute auf ein Archiv der Mormonen in Salt Lake City/USA mit vielen Talheimer Unterlagen zurückgreifen. Örtliche Talheimer Privatleute halfen mit Ahnenlisten und Gruppen lieferten neben der Ortschaftsverwaltung Daten: so etwa der VdK, die Schulleitung oder das Pfarramt. So kamen spezielle Informationen über Bürgermeister, Lehrer, Geistliche, Feuerwehr, Tote und Vermisste der beiden Weltkriege hinzu. Im Zuhörerraum des Talheimer Gemeindezentrums lauschten einige Talheimer, die eigens zur Buchvorstellung gekommen waren. Eine Dame interessierte sich für ihre familiären Bande der Familien Kiefer, Pfeffer und Klink.

Die Genealogen haben beispielhaft auf einer Buchseite die Seite eines Kirchenbuchs anno dazumal abdrucken lassen: Um zu zeigen, wie schwierig Schrift und Art der Niederschrift teils zu lesen sei. Innerhalb des Buchs mit den Namen in alphabetischer Reihenfolge ist weiter nach Heiratsdatum sortiert. Die Informationen über die Vorfahren gehen zurück bis zu den ersten Kirchenbüchern in 1707. Grundlage sind Einträge in Tauf-, Trauungs- und Bestattungsbücher und ab etwa 1806 auch die Familienregister, so Staubitzer in seiner Vorstellung, die ihm leicht fiel: Denn immer wieder suchte er die Fleißigen auf, um sich nach Stand und Wohlergehen zu erkundigen.

Kreisarchivarin lobt das Werk

Kreisarchivarin Dr. Karoline Adler schrieb im Vorwort zum Talheimer Buch: „Auch wenn wir jeden Menschen als Individuum begreifen, so steht doch jeder Mensch auch in einem familiären Beziehungsgeflecht. Jahrhundertelang lassen sich solche Familienbande zurückverfolgen – aber wer macht sich schon die große Mühe wirklich zu forschen?“ Weiter lobt die Archivarin die Kompetenz der Autoren: „Hier zahlte sich die bald zwanzigjährige ehrenamtliche Mitarbeit von Horst Bruns in den Ortsarchiven der Stadt Horb aus.“ Manche Entwicklung lasse sich erst verstehen, wenn man die familiären Zusammenhänge kennt. „Solch ein Buch ist etwas Bleibendes. Dieses sorgfältig recherchierte Ortssippenbuch stellt ein kostbares Geschenk an den Ort Talheim dar“, meint Karoline Adler.

Nebenbei noch ein Kochbuch

Praktisch nebenbei wurde 2016 von den Bruns ein zweites Kochbuch aufgelegt. Dieses ist jedoch vielmehr eine Art Übersetzung eines „Allgäuer Kochbuch“ aus 1918 aus dem Heimatmuseum in Oberstaufen, verfasst von einer Frau Agatha Wöhr. Im Buch gesellt sich zur Ablichtung der originalen Kochbuchseite die nun Bruns´sche „Transkription“. Damals steht auch geschrieben, „man nehme so viel Zucker wie zwei Eier wiegen...“ Was die beiden derweil ganz aktuell beschäftigt, ist die Ergänzung des Ortssippenbuchs Freudenstadt. Langeweile bleibt also ein Fremdwort für die beiden.

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19.12.2016, 01:00 Uhr

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