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Handball: Schach voller Leidenschaft

Vorfreude aufs Bundesliga-Derby Neuhausen gegen Balingen-Weilstetten

Kartenanfragen werden seit Tagen kategorisch abgewiesen – die Paul-Horn-Arena ist ausverkauft. „Ich hätte alleine 100 verkaufen können“, sagt TVN-Pressesprecherin Monika Kühbauch vor dem heutigen Handball-Bundesliga-Derby (19.45 Uhr) zwischen dem TV Neuhausen und HBW Balingen-Weilstetten.

09.11.2012
  • Tobias Zug

Neuhausen. Sein Handy kommt in den vergangenen Tagen kaum zur Ruhe. Manchmal, berichtet Neuhausens Geschäftsführer Dieter König, „rufen Leute an, die ich gar nicht kenne“. Aber ob Onkel, Tanten und Nicht-Verwandte: Alle hätten nur dieselbe Frage, ob es noch Karten für dieses Derby gebe. „Das ist der Wahnsinn!“, sagt König, „das Spiel elektrisiert.“ Um die Frage zu beantworten: nein, die Paul-Horn-Arena ist ausverkauft, es gibt auch keine Stehplatz-Tickets mehr. Allerhöchstens, wenn heute Abend noch welche zurückgegeben werden.

Neuhausen und HBW Balingen-Weilstetten: Etwa 50 Kilometer trennen die beiden Orte, 35 Kilometer die beiden Spielstätten. Verbindungen gibt es viele: TVN-Coach Markus Gaugisch spielte insgesamt neun Jahre unter Balingens Trainer Rolf Brack bei der SG Göppingen-Scharnhausen und VfL Pfullingen, hatte bei Brack studiert an der Universität Tübingen und auch seine A-Lizenz bei ihm gemacht. „Wir kennen beide die Systeme des jeweiligen Gegners“, sagt Brack, „so wird es sicherlich ein Spiel mit viel Handball-Schach, andererseits aber auch voller Leidenschaft.“ TVN-Rechtsaußen Alexander Trost spielte bis vor drei Jahren beim HBW, bei dem Brack seit 2004 Trainer ist. Auch Klaus Schuldt und Philipp Keinath wechselten von Balingen nach Neuhausen. Der aus Weildorf bei Haigerloch kommende Dieter König fuhr vor seiner Zeit als TVN-Geschäftsführer öfter die 15 Kilometer nach Balingen, um dort ein Heimspiel des HBW anzuschauen.

Allerdings: Vergleichen wollen sich die Neuhausener nicht mit den „Galliern von der Alb“, wie sich die seit sieben Jahren in der Bundesliga spielenden Balinger nennen. „Wir sind ein Fiat 128 – Balingen dagegen ein gestandener Mittelklassewagen“, sagt König. Und nennt die Geschäftsstellen beider Vereine als Beispiel: „Bei den Balingern ist das ein großer Komplex mit vier, fünf Festangestellten, bei uns machen 98 Prozent alles ehrenamtlich. Wir sind meilenweit entfernt von denen.“ So sind heute von 14 Uhr an bis nachts Helfer und Helferinnen in der Tübinger Halle, um auf- und abzubauen. Manche nehmen dafür einen halben Tag Urlaub. „Was die Leute einbringen, das ist ein ganz großer Schatz“, sagt König, „ohne die würde uns das Genick gebrochen werden.“

Mehr Professionalität wollen sich die Neuhausener allerdings schon gönnen und bauen sie auch auf, indem die Profi-Handballer aus dem Gesamtverein in eine GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) ausgegliedert werden – die Mitgliederversammlung hat dem bereits zugestimmt. Unabhängig von der Erstliga-Zugehörigkeit sollen diese neue Strukturen umgesetzt werden. „Wenn wir von Bundesliga sprechen, dann muss man auch die Zweite Bundesliga einbeziehen“, sagt Dieter König, „wir möchten zu den 25 besten Handballklubs in Deutschland gehören.“ Um öfter solche „elektrisierenden“ Spiele zu haben.

Vorfreude aufs Bundesliga-Derby Neuhausen gegen Balingen-Weilstetten
Trifft auf alte Bekannte in der Tübinger Paul-Horn-Arena: Balingens Trainer Rolf Brack (rechts mit Wolfgang Strobel).

Es gibt einige Gemeinsamkeiten zwischen den beiden südlichsten Teams der selbsternannten „stärksten Handball-Liga der Welt“: So setzen sowohl der TV Neustetten als auch HBW Balingen-Weilstetten größtenteils auf deutsche Spieler. Beim TVN spielt im Österreicher Thomas Bauer ein Ausländer, beim HBW sind es fünf. Im Hallenvergleich nehmen sich die zwei Vereine auch nicht viel: 2372 Zuschauer passen in die Tübinger Paul-Horn-Arena, der neuen Heimstätte der Neuhausener, 2350 sind es in Balingen. In der Fair-Play-Statistik steht Neuhausen mit 33 Zeitstrafen in zehn Spielen aber besser da als der HBW: Dieser bekam bereits 45 Mal die Zweiminutenstrafe – lediglich Lemgo und Gummersbach sammelten mehr Strafminuten. Mit einem Blick auf die Verletztenliste liegt der Vorteil klar beim TV Neuhausen: Trainer Gaugisch wird auf alle Spieler zurückgreifen können. Brack muss auf weiterhin auf die Langzeitverletzten Mario Vuglac, Wolfgang Strobel, Sascha Ilitsch, Fabian Gutbrod und Torhüter Matthias Puhle verzichten.

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09.11.2012, 12:00 Uhr

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