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Kommentar

Vorhang auf für die Vernunft

Jetzt hat die Reutlinger Stadtverwaltung also den kompletten Rückwärts-Salto in Sachen zweiter Spielstätte für das Tonne-Theater aufgeführt: Weg vom Planie-Standort, der 2011 nach einem interfraktionellen Antrag beschlossen worden war, und hin zum Listhallen-Areal. Überraschend kommt dieser Total-Schwenk aber nicht mehr, die Hinweise darauf hatten sich zuletzt immer mehr verdichtet, während die Verwaltung beharrlich schwieg (wir berichteten). Jetzt liegen die Fakten endlich auf dem Tisch – und siehe da, so viel billiger als das Planie-Projekt ist die neue Variante gar nicht. Wer nun allerdings erwartet hatte, aus dem Lager der Tonne-Macher würde dem neuen Vorschlag blankes Entsetzen und vollständige Ablehnung entgegenschlagen, muss überrascht eingestehen, dass er sich da getäuscht hat.

01.12.2012

Sicher, Thomas Lambeck, der Vorsitzende des Tonne-Theatervereins, verweist darauf, dass der Charme der Theaterfabrik nun „einer eher sterilen Situation auf dem Listhallen-Areal“ weichen soll und der Oststadt ein belebendes Element verloren gehen dürfte. „Wir sind enttäuscht und wütend“, sagt er deshalb – um dann aber einzuräumen, für die Tonne habe oberste Priorität, dass es nun mal vorangehe. Zumal mögliche Anwohnerproteste und Gerichtsverfahren gegen die zweite Spielstätte an der Planie ein nicht zu unterschätzendes Problem sein dürften. „Der neue Standort bietet möglicherweise die Chance einer schnellen Lösung und kann dem Reutlinger Theater das verschaffen, was es dringend braucht. Außerdem könnten dort auch andere Interessenten Raum finden“, sagt Lambeck.

Keine Frage, Verbitterung klingt dann doch anders. Der Vorsitzende des Theatervereins findet sich da in Gesellschaft mit Intendant Enrico Urbanek und Verwaltungsleiter Matthias Schmied. Was die durchblicken lassen, kann verkürzt so dargestellt werden: Wenn sich denn nun endlich was bewegt, wollen sie nicht in den (aussichtslosen) Kampf um den alten Standort ziehen. Wobei auch klar ist, dass die endlosen Diskussionen und jahrelangen Planungsvolten die Tonne-Macher zermürbt haben. Dass dann zwischenzeitlich durch Reutlingen geisterte, die Umsetzung der Planie-Pläne könnte sogar bis zu 11,5 Millionen Euro kosten, passt zum unwürdigen Spiel, das da teilweise mit den Verantwortlichen getrieben wurde.

Auch wenn die Theaterfabrik in der Planie fraglos ihr ganz besonderes Flair gehabt hätte, sollten selbst eingefleischte Oststadt-Befürworter bei einem Entscheid für den Neubau nach einer gewissen Zeit ihre Trauerarbeit einstellen. Der Standort auf dem Listhallen-Areal ist vermutlich nicht die beste und schönste Lösung – schon gar nicht, wenn man die ursprüngliche große Planung bedenkt. Aber es ist eine Frage der Vernunft, dass die Realisierung der zweiten Spielstätte nun endlich vorankommt. Eine Verlängerung der Hängepartie wäre doch sehr wahrscheinlich beim Festhalten an der Planie .Thomas de Marco

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01.12.2012, 12:00 Uhr

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