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Kommentar Eta

Vorletztes Wimmern

Erinnert sich noch jemand an die Eta? Mehr als 40 Jahre lang verbreiteten die Terroristen Schrecken, aber seit dem letzten Mordanschlag vor sieben Jahren ist es still um sie. Was von ihr übrig blieb, hat sich nun noch einmal aufgeplustert: Die Restorganisation hat den Behörden verraten, wo sie ihre letzten Waffen versteckt hielt.

10.04.2017
  • MARTIN DAHMS

Nein, das war kein historischer Akt, das war nur ein vorletztes Wimmern, um sich vor dem endgültigen Aus noch einmal wichtig zu tun. Besäßen die verbliebenen Etarras etwas Mut, hätten sie sich der Polizei gestellt und den Ermittlern geholfen, die mehr als 300 Eta-Morde (von insgesamt 829) aufzuklären, deren Hintergründe noch im Dunkeln liegen. So hätten sie Größe bewiesen. Stattdessen machen sie nur große Worte.

Die Eta hält sich noch immer für eine „nationale Befreiungsorganisation“, was sie im besten Falle während der Franco-Diktatur war. Die wahren Freiheitskämpfer waren diejenigen, die sich gegen die Eta stellten. Viele von ihnen bezahlten dafür mit ihrem Leben. Für alle anderen ist es nur ein Hohn, wenn sie lesen müssen, dass die Eta die Waffen „für das baskische Volk“ in die Hand genommen hätten. In Wahrheit waren sie gegen das baskische Volk gerichtet.

Weil der Rechtsstaat aber ein Rechtsstaat ist und kein Rache-Engel, ist es jetzt an der Zeit, die Eta-Häftlinge, die in Gefängnisse über ganz Spanien verteilt sind, in baskische Gefängnisse zu überstellen. Wenn die spanische Regierung darauf beharrt, erst die Auflösung der Eta abzuwarten, um zu ihrer sonst üblichen Haftpolitik zurückzukehren, tut sie der Organisation ein großen Gefallen: Sie gibt ihr eine Bedeutung, die sie nicht mehr hat.

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10.04.2017, 06:00 Uhr

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