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Vorteil Williams
Knallharte und präzise Schläge: Serena Williams in ihrem Halbfinalspiel gegen Mirjana Lucic-Baroni. Foto: afp
Tennis

Vorteil Williams

Immer junges Familienduell um die erste Grand-Slam-Trophäe des Jahres: Serena folgt ihrer Schwester Venus in das Endspiel der Australian Open.

27.01.2017
  • DPA

Auf ihre alten Tennis-Tage haben es Serena und Venus Williams tatsächlich noch einmal in ein Grand-Slam-Finale gegeneinander geschafft. Was früher fast Normalität war, ist bei den Australian Open am Samstag ein Überraschungs-Endspiel – und besonders die sonst eher introvertierte Venus Williams feierte 14 Jahre nach ihrem einzigen Finale in Melbourne ausgelassen.

Wie eine Eisprinzessin tanzte die 36-Jährige nach dem schwer erkämpften 6:7 (3:7), 6:2, 6:3 im US-Duell gegen Coco Vandeweghe über den blauen Hartplatz in der Rod-Laver-Arena und verzückte die 15 000 Fans. Das folgende 6:2, 6:1 der 35-jährigen Serena Williams über die ein Jahr jüngere und erschöpft wirkende Überraschungs-Halbfinalistin Mirjana Lucic-Baroni war wenig überraschend – so schien es. „Es lag in meinen Händen, dieses Williams-Finale zu erzwingen. Glauben Sie es oder nicht – ich habe deswegen ein bisschen Druck verspürt, und deswegen hat sich dieser Sieg gut angefühlt“, erzählte Serena Williams.

Warmherzig offenbarte sie nach dem Sieg über die Kroatin die Liebe zu ihrer Schwester. „Ich bin sehr stolz auf Venus – sie ist eine große Inspiration, meine große Schwester. Sie ist meine Welt, mein Leben, sie bedeutet mir alles. Das Finale ist der größte Traum, der für uns wahr wird“, sagte Serena Williams. Die Komplimente sind nur allzu berechtigt. Venus Williams ist die älteste Australien-Finalistin der Profi-Ära, sie musste die Rekordzeit von 14 Jahren auf ihr zweites Finale im Melbourne Park warten und vor einigen Jahren eine Krankheit überstehen, die chronische Erschöpfung verursacht.

Serena wäre wieder die Eins

Venus Williams musste sich für den Sieg gegen Angelique Kerbers Bezwingerin Coco Vandeweghe 2:26 Stunden lang abmühen, reichlich Breakbälle abwehren und war umso glücklicher. „Das ist mehr, als ich mir erträumt habe“, sagte die fünfmalige Wimbledon- und zweimalige US-Open-Siegerin nach dem Einzug in ihr 15. Grand-Slam-Finale – das erste seit 2009 in Wimbledon. Dort verlor sie ebenso gegen Serena wie 2003 in Melbourne. 16:11 heißt es für die Jüngere im direkten Vergleich, neunmal ging es um Grand-Slam-Titel. Stück für Stück kämpfte sich Venus Williams in den vergangenen Jahren wieder nach vorn, derzeit auf Platz 17 der Weltrangliste. Zum Anfang des neuen Jahres machte ihr der Ellenbogen zu schaffen. „Aber ich weiß immer noch, dass ich spielen kann“, sagte sie. Schwester Serena brauchte nur 50 Minuten für ihren Erfolg. Mit einem siebten Titel würde die Rekordsiegerin die im Achtelfinale ausgeschiedene Titelverteidigerin Angelique Kerber wieder als Weltranglisten-Erste ablösen. Zudem fehlt ihr nur noch ein Sieg zum 23. Grand-Slam-Einzeltitel – einer mehr als der bisherige Profirekord, den sich die Amerikanerin mit Steffi Graf teilt.

Nach Schulterbeschwerden im alten Jahr ist sie wieder einmal in Form gekommen und hat nun Respekt vor Venus. „Sie ist meine härteste Gegnerin, niemand hat mich so oft geschlagen. Egal, was passiert, wir haben gewonnen. Wir haben so viel durchgemacht. Eine Williams gewinnt dieses Turnier“, sagte Serena. dpa

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27.01.2017, 06:00 Uhr

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