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Die Habitate dürfen nicht zuwachsen

Vortrag von Prof. Peter Berthold zum Auerwild

Professor Dr. Berthold ist ein Weggefährte von Klaus Roth seit dem ersten Studiensemester 1959 in Tübingen. Nicht nur farbig, unterhaltsam, humorvoll und ornithologisch hochfundiert war sein Vortrag, sondern wegweisend für den Auerwilderhalt in Mitteleuropa.

02.11.2015

Lossburg. Das Auerwild an sich ist nicht bedroht. In den Wäldern der Taiga ist der Bestand von 7 Millionen Tieren im Wesentlichen stabil. In Europa ist aber der Schwarzwald das letzte Mittelgebirge, in dem sich die Population noch, wenngleich stark gefährdet, noch selbst erhält. Das ist ein wertvolles Gut, für das sich Einsatz lohnt.

In vielen Regionen Europas war die Jagd für das Aussterben des Auerhuhns verantwortlich, aber im Schwarzwald wurde die Jagd noch bei gutem Bestand eingestellt. Fressfeinde, in erster Linie der Fuchs, in geringem Maße Raubvögel, setzen dem Auerhuhn zu, gefährden aber nicht seinem Bestand.

Die größten Gefahren sind das Zuwachsen der Habitate, hier sind die lichten Hochmoore des Nordschwarzwalds ungemein wertvolle Rückzugsgebiete und die Veränderung der Ernährungssituation durch den Klimawandel. Auerhühner sind Allesfresser, aber ihr im Winter unersetzlicher Energielieferant sind Kiefernadeln. Die im Schwarzwald heimischen Arten werden aber bei weiterer Klimaerwärmung verschwinden. Es wäre daher wichtig, die Schwarzkiefer anzusiedeln, die sich unter wesentlich wärmeren Umweltbedingungen wohlfühlt.

Außerdem wies Professor Berthold darauf hin, dass gerade bei Auerhühnern durchaus eine sehr artgerechte künstliche Nachzucht vertretbar ist. Da sie grundsätzlich standortfest sind und nur in der Not fliegen, fühlen sie sich bei der Volierenhaltung bestens wohl. Auerhühner lassen sich deshalb auch ausgezeichnet in Tierparks halten mit dem besonderen Vorteil, dass auch normale Schwarzwaldbesucher das seltene Tier zu sehen bekommen.

Auch für die Fachleute hochinteressant war seine Erklärung, wie sich das Verdauungssystem von Vögeln bei der Volierenhaltung anders entwickelt als in der Natur. Wenn man dies nicht sehr beachtet und kontrolliert, verhungern die Tiere nach der Auswilderung schlichtweg. Viele Auswilderungsmaßnahmen sind aus diesem Grunde in der Vergangenheit auch bei anderen Tierarten tragisch gescheitert.

Übrigens: Man kann fast nicht akzeptieren, dass dies, wie Prof. Peter Berthold sagte, sein letzter ornithologischer Fachvortrag gewesen sein soll.hpz

Vortrag von Prof. Peter Berthold zum Auerwild

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02.11.2015, 12:00 Uhr

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