Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Referendum

Votum der Deutschtürken entfacht Streit um Integration

Die hohe Zahl der Pro-Erdogan-Wähler empört Politiker hierzulande. CDU und CSU stellen erneut die doppelte Staatsangehörigkeit in Frage.

19.04.2017
  • DPA

Berlin. Das deutliche „Ja“ der wahlberechtigten Deutschtürken zum Präsidialsystem von Recep Tayyip Erdogan lässt viele deutsche Politiker empört oder ratlos zurück. Grünen-Chef Cem Özdemir sieht die in Deutschland lebenden Türken aus dem „Ja“-Lager in Erklärungsnot. „Ein Teil der Deutschtürken muss sich kritische Fragen gefallen lassen“, sagte er in der ARD. Sie genössen in Deutschland die Vorteile der Demokratie, richteten in der Türkei aber eine Diktatur ein. „Wir müssen über Versäumnisse der Integrationspolitik reden“, sagte der Schwabe mit türkischen Wurzeln.

Für Baden-Württembergs Landtagspräsidentin Muhterem Aras ist das Votum der Deutschtürken für die Verfassungsreform in der Türkei auch ein Ausdruck mangelnder Integration. „Da haben wir tatsächlich noch harte Arbeit vor uns“, sagte sie in Stuttgart. „Auf der anderen Seite müssen wir uns fragen: Warum haben wir es nicht geschafft, diese Menschen, die in der dritten Generation hier leben, für unsere Gesellschaft zu gewinnen?“

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer forderte erneut ein Ende des Doppelpasses. „Wir brauchen die Rückkehr zum bewährten Optionsmodell. Der deutsche Pass ist kein Ramschartikel, den man neben der Staatsbürgerschaft des Herkunftslandes mal noch mitnimmt“, sagte er. Der CSU-Bundestagsabgeordnete Stephan Mayer ergänzte: „Ich halte es für wichtig, dass wir in der nächsten Legislaturperiode die Erleichterungen bei der doppelten Staatsbürgerschaft wieder rückgängig machen.“.

Eine knappe Mehrheit der türkischen Wähler hatte bei dem Referendum am Sonntag für eine Verfassungsreform gestimmt. In Deutschland konnte Erdogan für sein Präsidialsystem sogar 63,1 Prozent gewinnen. Allerdings war nur die Hälfte der hier lebenden 3,5 Millionen türkischstämmigen Menschen wahlberechtigt, und von diesen ging wiederum nur die Hälfte zu den Urnen. dpa

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

19.04.2017, 06:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball