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Stadt kommt „Strandbar“-Betreibern entgegen - Streit geht aber weiter

WM-Spiele auf dem Parkdeck unter Auflagen zu sehen

Der Streit zwischen den Betreibern der „ Strandbar“ auf dem Neckarparkhaus und der Stadtverwaltung ist noch nicht beendet. Doch heute Abend darf das WM-Spiel Deutschland gegen die USA gezeigt werden – unter bestimmten Bedingungen.

25.06.2014
  • Gernot Stegert

Tübingen. Gestern früh haben sich Oberbürgermeister Boris Palmer, Ordnungsamtsleiter Rainer Kaltenmark und „Strandbar“-Gesell-schafter Stanislav Poliakof getroffen, um eine Lösung zu finden. Zuvor hatte (wie gestern berichtet) der Jurastudent mit Hilfe eines Anwalts Widerspruch gegen das städtische Verbot eingelegt, WM-Spiele zu übertragen. Nach Darstellung beider Seiten ging das Gespräch nicht ohne deutliche Worte ab.

WM-Spiele auf dem Parkdeck unter Auflagen zu sehen
Die „Strandbar“ lädt zum Entspannen ein (rechts im Liegestuhl Mit-Betreiber Sven Haag). Der Streit mit der Stadt ist aber wenig chillig.Bild: Bachmann

Poliakof bestreitet weiterhin, in der Versammlung mit Anwohnern am 20. Mai versprochen zu haben, keine WM-Spiele zu zeigen. Palmer jedoch sagte dem TAGBLATT gestern, der „Strandbar“-Betreiber habe auf die Frage eines Anwohners nach Public viewing geantwortet, das sei „leider gestorben“. Das gehe aus einem Mitschnitt der Versammlung hervor. Mit dieser Antwort, so der OB, sei klar, dass das Thema nicht erst später aufgekommen sei, wie Poliakof behaupte, und dass die „Strandbar“-Betreiber um die ablehnende Haltung der Stadt wussten. Auch habe Poliakof in einer Präsentation seiner Pläne Fußball-Übertragungen mit keinem Wort erwähnt. Die Stadt habe sich darauf verlassen und darum erst, nachdem auf dem Parkdeck doch ein Spiel gezeigt wurde, das ausdrückliche Verbot als Klarstellung nachgeschoben.

Trotz dieses Streits sei die Stadt gestern den Jungunternehmern entgegengekommen, sagte Palmer. Da es nur um deutsche Spiele vor 22 Uhr gehe und dieses nur noch maximal zwei seien, werde die Stadt das Verbot aufheben. Aus Sicherheitsgründen müssten die „Strandbar“-Betreiber aber mindestens vier Sicherheitsleute engagieren, die aufpassen, dass in möglicherweise aufgeheizter Stimmung niemand vom Parkdeck stürze. Nach strittigen Spielszenen oder im überschwänglichen Jubel würden Emotionen freigesetzt, die über das chillige Betrachten aus einem Liegestuhl hinausgehen, argumentierte der OB. Die Stadt müsse auf Nummer sicher gehen.

Poliakof ist mit dieser Auflage nicht einverstanden und hält an seinem Widerspruch – keine Klage – fest, wie er dem TAGBLATT erklärte. Er fühle sich von der Stadt als Jungunternehmer gegängelt und über den Tisch gezogen: „Ich finde, das ist ein Unding.“ Er betreibe eine „ganz normale Bar“. Einen Unterschied zwischen Innenraum und Freifläche sieht er nicht. Die Dezibelbelastung halte sich in Grenzen. Und seine Gäste würden ruhig zuschauen: „Fußball-Zeigen ist keine erhöhte Gefahr.“

Allerdings erkläre er sich bereit, die Auflage zu erfüllen, sagte Poliakof dem TAGBLATT, wenn die Stadt nicht bloß eine mündliche Zusage mache, sondern ihm schriftlich Entsprechendes vorliege. Das kündigte Ordnungsamtsleiter Rainer Kaltenmark an. Noch bis in die Nacht arbeitete er an einem rechtlich wasserdichten Text.

In der Sache gibt es für ihn keine Debatte. Schon polizeirechtlich sei das Ordnungsamt verpflichtet, für die Sicherheit zu sorgen. Selbst wenn ein Unfall wenig wahrscheinlich sei, dürfe er nicht riskiert werden. Die Balustrade sei nur 110 Zentimeter hoch. „Ich habe schon viel erlebt“, sagte Kaltenmark. Das Ordnungsamt werde daher heute kontrollieren, ob die „Strandbar“ das WM-Spiel zeige und dabei ausreichend Sicherheitspersonal einsetze.

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25.06.2014, 12:00 Uhr

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