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600 Hektar kriegen was

Waldkalkungen im Landkreis Freudenstadt

Seit letzter Woche brummt und knattert es über den Wäldern von Seewald. Dort werden 600 Hektar Wald per Hubschrauber mit Magnesiumkalk gedüngt. Dieser soll eine Übersäuerung des Bodens durch negative Umwelteinflüsse ausgleichen.

08.09.2010
  • petra haubold

Kreis Freudenstadt/Besenfeld. Die Düngung dient zudem der Gesunderhaltung der Wälder und hilft auch der Verbesserung des Trinkwassers.

„Im gesamten Landkreis werden bei der Maßnahme des Kreisforstamtes in diesem Jahr 3111 Hektar gedüngt“ , sagte Revierförster Clemens Burkhardt, der die Aktion in Seewald leitet. Alle zehn Jahre werde der Waldboden mit solchen Kalkungen stabilisiert.

Ein Bild vor Ort am Besenfelder Waldrand von den seit einigen Tagen schon laufenden Düngemaßnahmen machten sich gestern Heiner Scheffold, Geschäftsführer des Landesbetriebs Forst BW, und Landrat Klaus Michael Rückert, zusammen mit Kreisforstamtsleiter Georg Jehle und Seewalds Bürgermeister Gerhard Müller. Dass dem neuen Landrat bereits am Ende seiner ersten Arbeitswoche ein Ortstermin im Forst zukam, freute ihn sichtlich, wie er zugab – trotz andauernden Nieselregens. Für ihn ist der Wald im Kreis Freudenstadt außerordentlich wichtig: „Ich bin froh, hier wieder mit dem Forst zu tun zu haben. Das habe ich in Karlsruhe vermisst“, betonte Rückert zufrieden. Die Waldgebiete trügen nämlich mit dazu bei, „um die Lebensqualität der Bürger auch im Hinblick auf die kommenden Generationen zu sichern“.

Die optimale Kalkversorgung des Bodens bedeute eine der Grundvoraussetzungen für die erfolgreiche Pflanzenproduktion, erklärte Heiner Scheffold. Der Dünger ist basisch und neutralisiert den sauren Boden. Pro Hektar Waldfläche werden deshalb 3,3 Tonnen im Durchschnitt ausgebracht. Insgesamt kann man täglich 80 Hektar mit dem ungefährlichen Magnesium-Kalk bestreuen.

Seit letzter Woche nun steuert der Pilot Andreas Rempf mit einem Behälter beladen seinen Hubschrauber im Tiefflug über die Bäume – und das oftmals im Minuten-Takt. Einige hundert Flüge, die zum Teil über GPS positioniert werden, sind dafür nötig.

Vorher wird das feinkörnige, grau-braune Material, das der Hubschrauber über den Wäldern ablässt, von einem Lkw zu den Hubschrauberlandeplätzen im Wald gefahren. Mit der Steuerung der Kalklieferungen ist ein Mitarbeiter im Wald befasst, der ständig Kontakt zum Piloten hat.

„Dass nahezu alle 116 Waldbesitzer in Besenfeld der Kalkung zugestimmt haben, zeigt, dass man der Maßnahme aufgeschlossen gegenüber steht“, fasste der Revierleiter zusammen. Zehn Prozent der Kosten, die zwischen 190 und 290 Euro pro Quadratmeter betragen, müssten dabei die Waldbesitzer zu den gewährten Landeszuschüssen zusteuern. Rund 750 000 Euro betragen die Kosten für die Maßnahme im Landkreis.

Diese Düngungen werden schon seit dem Jahr 1984 verabreicht. Wanderer werden mit Schildern auf die Arbeiten hingewiesen, und bestimmte Wege werden weiträumig abgesperrt.

Waldkalkungen im Landkreis Freudenstadt
Ein Hubschrauber der Firma Helix lädt den Kalk-Dünger großflächig über den dafür ausgewählten Forstflächen ab. Gestern beim Ortstermin mit dabei: Neu-Landrat Dr. Klaus Michael Rückert (Bildmitte) nebst einigen Forstfachleuten, dem Piloten und dem Seewalder Bürgermeister Gerhard Müller (2. von links). Bild: pez

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08.09.2010, 12:00 Uhr

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