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Ernüchtert nach der Heim-Premiere

Walter Tigers finden kein Mittel gegen Trier und verlieren verdient

Zum fünften Mal hintereinander haben die Walter Tigers das erste Saison-Heimspiel verloren: TBB Trier verdarb den 3132 Fans in der ausverkauften Paul-Horn-Arena die Premierenstimmung und siegte verdient 77:66 (36:32).

04.10.2012
  • hansjörg lösel

Tübingen. Bei der Vorstellung jedes Tübinger Basketballers loderten gestern Stichflammen in der Arena auf – die Tiger waren nach wochenlanger Vorbereitung heiß auf ihr erstes Saisonspiel. Doch am Ende hatten sie sich die Pfoten verbrannt, während die Trierer Basketballer den Weg auf die Tribüne suchten und dort mit ihren 60 mitgereisten Fans feierten.

Die vielleicht entscheidende Sequenz des Spiels kurz vor Ende des dritten Viertels: Nach Youngs Freiwürfen hatten die Tigers gerade zum 48:48 ausgeglichen, Trier blieben noch 14 Sekunden zum letzten Angriff im dritten Durchgang. Tübingen hatte die Teamfoulgrenze noch nicht erreicht, doch statt den Angriff mit einem Foul zu stoppen, blieben die Tigers in der Verteidigung passiv – so verwandelte Triers Routinier Jermaine Bucknor in aller Seelenruhe einen Sprungwurf zum 50:48.

„Der Trainer hat uns signalisiert, dass wir foulen sollen, aber wir haben den Zeitpunkt verpasst – schlechte Kommunikation“, sagte Young hinterher. Gleich zu Beginn des vierten Viertels drehte TBB-Dreierspezialist Barry Stewart auf, der drei Mal aus der Distanz erfolgreich war – mit einem Mal waren die Tigers schier aussichtslos im Rückstand. Das Spiel war jetzt heiß umkämpft, immer wieder hechteten Spieler über den Hallenboden. Aber aus fast jeder dieser unübersichtlichen Situationen ging Trier als Sieger hervor. Kurios der Korb durch Seiferth zum 69:60, der sich den Ball übers Brett unfreiwillig selbst vorgelegt hatte. Dreieinhalb Minuten vor Schluss hätten die Tigers nun ein kleines Wunder gebraucht – doch das blieb aus. Nate Linhart machte mit dem 75:66 den Deckel drauf.

Dabei schien der Tübinger Motor nach einigen Fehlzündungen in den ersten Minuten gestern rechtzeitig auf Touren zu kommen: Beim 11:10 durch Tyrone Nashs Freiwürfe übernahmen die Tigers erstmals die Führung, die nach Youngs erstem Dreier sogar bis auf 16:10 anwuchs. Doch Trier ließ sich nicht abschütteln, zum ersten Viertel führte Tübingen nur 18:14.

Im zweiten Abschnitt sahen die Fans zunächst Leerlauf bei den Tigers, und nach Stewarts Sprungwurf führte Trier (14.) mit 24:22. Auszeit Perovic – offenbar mit genau den richtigen Worten. Nach zwei Dreiern (Redding, Young) und einem spektakulären Schnellangriff durch Duggins führte Tübingen wieder 30:24. Jetzt nahm Rödl seine Auszeit, und auch die Trierer verstanden die Anweisungen ihres Coaches richtig: Spektakulärer Alley-Oop von Jarrett Howell auf Brian Harper, dann ein Ballgewinn, was zu einem Unsportlichen Foul von Young führte. Selbst Andreas Seiferth, der Trierer Center, machte jetzt fünf Punkte am Stück – zur großen Pause waren die Tigers mit 32:36 hinten.

Am 5. Oktober 2007 waren die Tigers letztmals bei der Heim-Premiere erfolgreich, auch damals hieß der Gegner Trier – beim 77:53-Erfolg stand Igor Perovic noch selbst als Spieler auf dem Parkett. „Es ist wirklich rätselhaft, warum wir es nicht schaffen, dieses erste Heimspiel zu gewinnen“, sagte der 38-Jährige, „heute war nur ein Spieler mental bereit.“ Damit war Josh Young gemeint. Dennoch richtete Perovic den Blick nach vorne aufs Auswärtsspiel am Samstag in Bayreuth: „Ich bin nach wie vor überzeugt, dass dieses Team gegen jeden Gegner mithalten kann.“

Walter Tigers finden kein Mittel gegen Trier und verlieren verdient
Augen zu und durch: Vaughn Duggins bleibt an den Trierern Bucknor und Chikoko hängen.Bild: Ulmer

Henrik Rödl, Trainer TBB Trier: „Ich bin überzeugt, dass hier noch einige Teams Federn lassen werden. Aber wir können jetzt nicht feiern, und Tübingen muss jetzt nicht sagen, dass alles falsch war“.
Tigers-Trainer Igor Perovic: "Trier hat exzellent verteidigt, in Vorbereitungsspielen hatten wir immer 80 Punkte, heute 66. Wir hatten ein Problem mit ihrer Schnelligkeit, vor allem auf der Position 5. Wir müssen positiv bleiben.“
Josh Young, Tigers-Spielmacher: „Trier hat in den entscheidenden Momenten alles richtig gemacht. Wir wollten unseren Fans unbedingt einen Sieg geben und ihnen zeigen, dass wir uns über den Sommer weiter entwickelt haben. Wir müssen aus diesem Spiel lernen.“
Kenny Frease, Tigers-Center: „Es war einer dieser Tage, an denen einfach nichts läuft. Das ist keine Entschuldigung, aber man hat diese Tage manchmal. Als Team nur 35 Prozent treffen, das sieht man nicht oft. Ich muss es jetzt schaffen, stärker zurück zu kommen. Es ist gut, dass wir bald wieder ein Spiel haben, das heutige müssen wir schnell aus dem Gedächtnis bekommen“.
Andreas Seiferth, TBB-Center: „Frease ist ein guter Spieler mit viel Masse, wir wollten ihn mit Schnelligkeit ärgern – ich denke, das ist uns ganz gut gelungen. Wir wollten den Sieg heute ganz einfach mehr.“

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04.10.2012, 12:00 Uhr

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