Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Wanderer sitzen 47 Tage im Gebirge fest
Liang Sheng Yueh wird im Krankenhaus behandelt. Foto: afp
Nepal

Wanderer sitzen 47 Tage im Gebirge fest

Eine 19-Jährige stirbt drei Tage, bevor ein Rettungstrupp sie und ihren Freund findet.

28.04.2017
  • AFP

Kathmandu. Eine Wanderung in den Bergen Nepals ist für ein Pärchen aus Taiwan zum siebenwöchigen Horrortrip geworden. Rettungskräfte fanden den vermissten 21-jährigen Liang Shen Yueh am Fuß eines Felsabhangs. Seine 19-jährige Freundin war drei Tage zuvor gestorben. „Sie saßen 47 Tage lang fest, als wir sie erreichten“, sagte Madhav Basnyat vom Bergungsteam in Kathmandu. Der Wanderer Liang Sheng Yueh hatte während der Tortur 30 Kilo abgenommen, sein rechtes Bein war von Maden befallen.

Schlucht schnitt Weg ab

Er und seine Freundin Liu Chen Chun hatten sich beim Wandern verirrt und waren dann einen steilen Felsabhang hinuntergeklettert, weil sie so ein Dorf im Tal zu erreichen hofften.

Allerdings schnitt eine Schlucht mit einem Wasserfall ihnen den Weg ab. Umkehren konnten sie nicht, weil es ihnen nicht gelang, den steilen Felsabhang wieder hinaufzuklettern. Mehr als einen Monat lang saßen sie an Ort und Stelle fest. „Es hat uns überrascht, ihn überhaupt noch lebend gefunden zu haben“, berichtete der Rettungshelfer Basnyat. „Er hat geschlafen, als wir eintrafen.“ Liang wurde per Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht.

Zunächst hatten sich die Wanderer von Kartoffeln und Nudeln ernährt. Nachdem die Vorräte aufgebraucht waren, konnten sie nur noch Wasser trinken. Die 19-jährige Liu überlebte die Tortur nicht. Liang berichtete AFP stockend und in gebrochenem Englisch von der qualvollen Wartezeit. Er habe unter der Kälte und Schlafstörungen gelitten, sagte der junge Mann, während er eine heiße Suppe schlürfte.

Sein Vater war nach Nepal gereist, nachdem das Paar als vermisst gemeldet worden war, und hatte einen Helikopter für die Suche gemietet. Im Frühling ist Hochsaison für die rund 1500 Kletterer und Wanderer, die jedes Jahr in die Himalaya-Berge kommen. afp

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

28.04.2017, 06:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball