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Was Erben mit ihrem Vermögen machen sollten
Goldbarren in einem Tresor haben die allerwenigsten Erben. Aber das Gesamtvolumen dessen, was in diesem Jahrzehnt in Deutschland vererbt wird, ist trotzdem beachtlich: 2,5 Billionen Euro. Foto: getty images
Geldanlage

Was Erben mit ihrem Vermögen machen sollten

Experten empfehlen in Zeiten niedriger Zinsen einen Mix aus Aktien, Anleihen und vielleicht noch Rohstoffen. Natürlich kommen auch Fonds in Frage.

10.11.2016
  • DPA

Nicht jeder Erbe kann mit einer großen Summe rechnen. Doch auch eine Erbschaft von 100 000 EUR und mehr ist in Deutschland keine Seltenheit. Wer plötzlich so eine Summe geerbt hat, fragt sich: Wohin mit dem unverhofften Vermögen? „Zunächst geht es darum, das Geld innerlich anzunehmen“, sagt Ute Voß aus Kiel, die als unabhängige Vermögensberaterin und Finanzcoach arbeitet. „Viele haben das Gefühl, ein geerbtes Vermögen nicht verdient zu haben.“

Bevor sie Vorschläge für die Geldanlage erarbeitet, sieht sich Voß erst einmal den konkreten Fall an. Also zum Beispiel: Wie ist die persönliche Lebenslage – geht es um einen Selbstständigen oder einen Angestellten, gibt es Kinder oder müssen Schulden abbezahlt werden?

Wenn das Geld in den nächsten Jahren nicht benötigt wird, etwa um einen Immobilienkredit abzuzahlen, sollte es angelegt werden. „Für Tagesgeld gibt es nur magere 0,5 Prozent Zinsen im Jahr und die werden auch noch von der Inflation aufgeknabbert.“

Wer nichts tut, macht Verluste

Wer nichts tut, macht also Verluste: „Auf dem Tages- oder Festgeldkonto wird das Vermögen derzeit nur weniger“, sagt Prof. Max Otte von der Fachhochschule Worms. Dort sollten Anleger nur Geld parken, das sie in den nächsten fünf Jahren benötigen. Von einem Erbe von zum Beispiel 200 000 EUR würde er maximal ein Viertel auf dem Termingeldkonto lassen. „Den Rest würde ich je zur Hälfte in zwei global aufgestellte Aktienfonds und in zwei Mischfonds investieren.“

Ein diversifiziertes Portfolio empfiehlt auch der Fachbuchautor Markus Neumann. „Deutsche Aktien sollten nicht zuviel Platz im Portfolio einnehmen.“ Ein klassisches Portfolio besteht aus Aktien und Anleihen, dazu eventuell noch etwas Rohstoffe und Edelmetalle. „Das sind alles liquide Investments, die man auch wieder verkaufen kann.“ Die entscheidende Frage ist: Wie hoch sollte der Anteil im Wert schwankender Anlageformen sein? Dazu zählen neben Aktien auch Rohstoffe und Gold.

„Klassische wertstabile Anlagen wie Anleihen sind sehr niedrig verzinst“, erläutert Neumann, der unter anderem ein Buch für die Stiftung Warentest geschrieben hat. Als Renditebringer sind schwankende Werte deshalb unverzichtbar. Je länger der Anlagehorizont, desto eher kann der Anleger Schwankungen aussitzen. Entscheidend für die richtige Mischung ist daher, wann das Geld gebraucht wird: „Wer das Geld nach zehn Jahren zu 100 Prozent benötigt, sollte nicht alles in Aktien stecken.“

Aktienfonds brachten in den vergangenen fünf Jahren immerhin eine Rendite von jährlich 6 Prozent. „Der Trick besteht darin, gestaffelt einzusteigen“, erklärt Otte. Er würde alle sechs Monate 12 500 EUR in jeden der vier Fonds einzahlen. Nach eineinhalb Jahren sei so alles angelegt: „Sie gehen ja auch erstmal nur bis zu den Knien ins Wasser und nicht gleich kopfüber.“

Wertpapierfonds sind also die richtige Wahl für langfristige Investments. Doch wo können Anleger die passenden Fonds kaufen? Prinzipiell gibt es dafür drei Möglichkeiten: beim Bankberater, bei einem unabhängigen Makler oder in Eigenregie über ein Online-Depot.

Depot bei einer Direktbank

„Wer zur Bank geht und dort zwei bis drei gemanagte Fonds kauft, macht schon mal nicht alles verkehrt“, sagt Neumann. Doch optimal sei das Vorgehen noch nicht. Ich rate zu einem Depot bei einer Direktbank“, sagt der Finanzexperte. „Wer seine Geldanlage nicht selbst managen möchte, kann das auch einem Robo-Advisor überlassen.“ Diese Finanzdienstleister verlangen nur eine geringe Gebühr und gewichten das Portfolio automatisch nach den Vorstellungen des Kunden. „Wer keinen Computer hat, sollte seinen Bankberater gezielt nach ETFs fragen.“ Bankkunden sollten auch dann auf diesen Produkten beharren, wenn der Berater Vorbehalte äußert. dpa

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10.11.2016, 06:00 Uhr

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